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U5 Bahnen sollen leiser kreischen

Die U-Bahn-Wagen der VGF sind zu laut, sagen Anwohner, und beschweren sich über das Schienenkreischen entlang der Linie U5. Die VGF kündigt eine Gegenmaßnahme an.

Auch am Scheffeleck ist die U5 gut zu hören. Zum Unmut der Anwohner. Foto: Andreas Arnold

Das Schienenkreischen auf der Eckenheimer Landstraße treibt die Menschen weiter um. „Es ist keinen Deut leiser geworden, seitdem die VGF die Schienen schleifen ließ“, sagt Elke Schüller aus der Humboldtstraße der Frankfurter Rundschau. Auch Mails gingen bei der FR ein. Der Tenor: Die Quietschgeräusche in den Kurven der Eckenheimer Landstraße seien trotz angekündigter Besserung nicht weniger geworden.

Die Beschwerden fingen am 9. Oktober an, dem Tag, als die U5 erstmals wieder fuhr – nach sieben Monate Pause wegen des Baus der Haltestellen Musterschule und Glauburgstraße. Prompt meldeten sich Anwohner zur Wort. Genervt vom Geräusch, das entstehen kann, wenn Bahnen durch enge Kurven fahren. Scheffeleck, Stalburgstraße, überall, wo die U5 ums Eck rollte, quietschte sie.

Wenige Tage nach der Jungfernfahrt mit den neuen Wagen des Typs U5, die schwerer sind und mehr Achsen haben als die alten Wagen des Typs PtB, ließ die VGF als Reaktion die Schienen schleifen. Weil der Unmut der Bevölkerung nicht abnahm, kündigte die VGF nun eine weitere Aktion an. Alle Wagen würden nachträglich sogenannte Radschallabsorber eingebaut bekommen. Diese können die Kreischgeräusche mindern.

Bei Straßenbahnen gehören die Absorber schon seit Jahren zum Standard, teilte die VGF mit. Weil Straßenbahnen in der Innenstadt häufig um enge Kurven müssten. Mit dieser Art der Geräuschminderung habe die VGF gute Erfahrungen gemacht.

Bei U-Bahnen habe sie sich bisher anderweitig beholfen. An den Stellen, wo das Kreischen auffiel, etwa auf den Linien U8 und U9 zum Riedberg, seien Schmieranlagen eingebaut worden. Das Fettgemisch habe sich beim Drüberfahren unter die Räder der Bahnen verteilt und damit das Geräusch abgeschwächt. In den Kurven der Eckenheimer Landstraße, wo Anwohner über den Lärm klagen, habe sich die VGF gegen den Einbau solcher Schmieranlagen entschieden. Der Grund sei, dass dort auch Autos fahren würden und Fußgänger querten.

Nun hätten die Werkstattmitarbeiter der VGF eine andere Lösung für alle neuen U-Bahnen ausgetüftelt: Die Wagen mit je zwölf Rädern würden nun mit je vier Absorbern ausgestattet. Die Umrüstung habe schon begonnen, so dass die ersten Fahrzeuge leiser seien. Nach und nach würden nun alle bisher ausgelieferten neuen Wagen, 200 an der Zahl, mit Schalldämpfern ausgerüstet. Bis zum Herbst 2017 sollen alle bis dahin gelieferten Wagen des Typs U5 entsprechend ausgestattet sein. Die Kosten belaufen sich auf rund 1,3 Millionen Euro.

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