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U-Bahn Kontrollöre Heimspiel in Frauenkleidern

Beim 20-jährigen Bühnenjubiläum lassen die U-Bahn Kontrollöre in der Frankfurter Ballsporthalle die Biene Maja auferstehen. Ihre Fans schweben auf Wolke sieben.

Hautnah: Sebastian Rajkovic (links) und Filippo Tiberia. Foto: Peter Jülich

Beim 20-jährigen Bühnenjubiläum lassen die U-Bahn Kontrollöre in der Frankfurter Ballsporthalle die Biene Maja auferstehen. Ihre Fans schweben auf Wolke sieben.

Freitagmittag hatte sich der Adrenalinpegel noch nicht normalisiert. „Wir schweben noch immer an der Decke seit gestern Abend“, ließen die U-Bahn Kontrollöre die Facebook-Gemeinde wissen. „Und das liegt nicht an Filippos Flatulenz.“ Die euphorisierten Fans verlangten nach mehr: „Sehr genial – weitermachen, bitte“, postete die eine. „Ich bin immer noch auf Wolke sieben“, eine andere.

Sie können die Menschen mitreißen, die fünf U-Bahn Kontrollöre, die am 1. Mai 2009 ihre tiefgefrorenen Frauenkleider eigentlich an den Nagel gehängt hatten. Schluss sollte sein mit den schrillen Shows und grandiosen Gesangeinlagen. Mit dem Hardcore a cappella. Für immer und ewig. Doch zum 20-jährigen Bühnenjubiläum ließen die fünf, die sich bei einem Workshop in Oberursel kennengelernt hatten, die Biene Maja und die russischen Mütterchen wieder auferstehen.

Liebeslieder und Fußflusen

Das war im zweiten Teil der Show in der so gut wie ausverkauften Ballsporthalle in Frankfurt. Die anfängliche Nervosität der von Trockennebel umwaberten Akteure war längst gewichen, die fünf Jungs hatten längst die gewohnte Form erreicht, trieben ihren Blödsinn auf der Bühne. Bei der Wiedervereinigung vor rund 3000 Zuschauern am Donnerstagabend gab es auch Neues zu hören und zu sehen. Darunter eine Kostprobe dessen, was Matthias Keller in seinem Soloprogramm zu bieten hat. Nur so viel sei verraten: In dem Liebeslied geht es um Fußflusen, die Flocken von den Baumwollsocken.

Wer zum Lachen in den Keller geht, der hat bei den U-Bahn Kontrollören nichts verloren. Die fünf Musiker sind Grenzgänger, die Schlüpfrigkeiten nicht scheuen und sich selbst vortrefflich auf den Arm nehmen. Trotz ihrer Lässigkeit arbeiten sie hoch professionell. Und sie haben Spaß miteinander, der wie ein Funke auf das Publikum überspringt. Das freut sich nicht nur über die gelungenen Improvisationen, sondern auch die Aktualität. Etwa als Filippo seine vier Kompagnons als polnische Saisonarbeiter vorstellt, die jetzt den Escortservice für Rainer Brüderle übernehmen.

Die U-Bahn Kontrollöre haben nach wie vor eine treue Fangemeinde. Es war ein Heimspiel, das Konzert am Donnerstag, das nach einem halben Dutzend Zugaben endete. Hoffentlich war es nicht das letzte.

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