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Turm-Palast Leere hinter dem Kassenhäuschen

Nach dem Fall des Turm-Palastes soll sich das Viertel am Eschenheimer Turm beleben. Das Emblem des Turm-Palastes kommt ins Historische Museum.

Der Bagger frisst den Kinopalast am Turm. Foto: Renate Hoyer

Im Historischen Museum sammeln sie zur Erinnerung an verlorene Orte ja „alle möglichen Hauszeichen“. Direktor Jan Gerchow hütet zum Beispiel den Schriftzug vom Amerika-Haus, der bei dessen Auflösung vor Jahren in die Sammlung kam. Demnächst wird auch das zackige Leucht-Emblem des 2010 stillgelegten Turm-Palastes ins Museum gebracht. Das Logo geht in die Geschichte ein, weil das Kino aus ihr verschwindet.

Schon fällt der Blick am Eschenheimer Tor hinter dem Kassenhäuschen ins Leere. Wo einmal der Kinosaal lag, gähnt ein von Schutthaufen gerahmtes Loch. Der Abbruch der Turm-Kinos ist im Gange. Jetzt gilt es, den entstehenden Neubau als „städtebaulichen Impuls für das Quartier“ zu würdigen. Das jedenfalls schlägt Sebastian Tokarz vor, der Sprecher des Architekturbüros KSP von Jürgen Engel.

Aufwertung des Viertels

Von Engel stammt der Entwurf zum Turmcarree – ein neuer Block mit stark gerasterter Fassade aus hellem Stein, der sich künftig entlang der Bleichstraße bis zur historischen Gasse Katzenpforte erstreckt. Diese Hinterhoflage solle als Fußgängerverbindung zu einem Durchgang in Richtung Stiftstraße/Zeil aufgewertet werden, heißt es in der Projektbeschreibung.

An der Front zur Bleichstraße sind hinter einem Arkadengang Geschäfte eingeplant. Der Clou wird das Fitnessstudio namens „Element“ werden – ein Luxus-Wellnessladen mit gläserner Eingangshalle und öffentlicher Cafébar. Betreiber Migros Freizeit Deutschland will in Deutschland eine „Fitnesswelt“ nach der anderen aufmachen – eine davon auf 3600 Quadratmetern an Frankfurts Eschenheimer Tor.

Wohnen am Turm

Von der Katzenpforte aus wird auch der Wohnungstrakt erschlossen – Ersatz für die schlichten Wohneinheiten, die gerade unter die Bagger fallen. Geplant seien neun Zwei-Zimmer-Apartments und „eine großzügige Penthousewohnung mit Dachterrasse und Skylineblick“, veröffentlicht Jürgen Engel, der nicht nur die Entwürfe liefert, sondern, als Mitglied der Turmcarrée Grundstücksgesellschaft, auch Bauherr ist.

Alle Wohnungen werden sich „zum ruhigen, begrünten Hof“ orientieren – also in Blickrichtung der Stiftstraße und zur Rückseite des legendären Nitribitt-Hauses liegen. An dieser hie und da beschädigten, abgenutzten Häuserzeile wolle die Stadt als Eigentümerin im Zuge der Veränderungen „die Außenfassade machen lassen“, wie Liegenschafts-Amtsleiter Alfred Gangel sagt.

Verknüpfung von Innenstadt und Nordend

Die Bauherren des Turmcarrées setzen darauf, dass „die Revitalisierungen von Wohn- und Geschäftshäusern im näheren Umfeld das Quartier deutlich beleben werden“. Man denkt dabei vor allem an Ardi Goldmans Umbau der Diamantenbörse. Es besteht sogar die Erwartung, dass es mit dem Turmcarrée gelinge, „die Innenstadt noch enger mit dem Nordend zu verknüpfen“.

Das Logo des alten Turm-Palastes werden die Bauherren dem Historischen Museum „als Schenkung überlassen“, teilt KSP mit. Um „die Erinnerung an die Geschichte des Ortes zu bewahren“.

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