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Tuner und Autoposer Car-Freitag ist nur der Höhepunkt

Illegale Rennen sind in Frankfurt relativ selten. Die Polizei ist vor allem mit Tunern und Autoposern beschäftigt.

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Sehen und gesehen werden auf der Hanauer Landstraße. Foto: Andreas Arnold

Der Karfreitag 2005 war auf der Hanauer Landstraße alles andere als ein stiller Feiertag. Hunderte nachgerüstete Autos, die die Straße blockieren, durchdrehende Reifen, rauchendes Gummi, laut aufheulende Motoren. Ein Paradies für die versammelten Tuningfreunde. Als ein Jugendsender von dem Event Wind bekam und darüber berichtete, wuchs die Zahl der Autos schnell auf 200 an. Die Polizei sperrte die gesamte Hanauer Landstraße – auch weil es in den Jahren zuvor immer wieder zu illegalen Rennen gekommen war.

Fast anderthalb Jahrzehnte später ist der „Car-Freitag“, wie das jährlich wiederkehrende Raser- und Tunertreffen genannt wurde, noch lebendig. Doch statt der massiven Ansammlung auf der Hanauer verteilen sich die Teilnehmer über das gesamte Stadtgebiet und das Umland.

Knapp 200 Geschwindigkeitsübertretungen registrierte die Polizei am vergangenen Karfreitag in Frankfurt. 132 Autos wurden wegen technischer Veränderungen beanstandet. Davon wurden 28 umgehend stillgelegt, sechs sogar beschlagnahmt.

Raser, Tuner und Poser beschäftigen die Frankfurter Polizei selbstverständlich auch abseits des Karfreitags. Erst im März vergangenen Jahres wurde die Kontrolleinheit Autoposer, Raser und Tuner (KART) in Frankfurt ins Leben gerufen. Sieben Beamte sind in diesem Pilotprojekt für diese Phänomene zuständig. In Zivil beobachten sie den Verkehr in Frankfurt, fahren bekannte Treffpunkte ab. Im September zog das KART eine erste Bilanz: 1300 kontrollierte Fahrzeuge, 808 Ordnungswidrigkeiten, 52 Strafanzeigen. Neuere Zahlen liegen seitdem nicht vor.

Ein Fazit, das die Frankfurter Polizei aus den Erkenntnissen der vergangenen Jahre zieht: Eine organisierte Raserszene, die sich zu illegalen Wettrennen in der Stadt verabredet, gibt es nicht. Im September hatte KART von lediglich einem Fall gesprochen, in dem ein illegales Autorennen dokumentiert und angezeigt werden konnte. Inzwischen sind laut Frankfurter Polizei zwei weitere Fälle hinzugekommen.

Ein weit größeres Problem stellt die Szene der sogenannten „Poser“ da. Gemeint sind Fahrer teurer und oftmals auch hochmotorisierter Autos, die ihr Fahrzeug in der Öffentlichkeit zur Schau stellen – soll heißen, an belebten Plätzen vorbeifahren, den Motor aufheulen lassen oder mit quietschenden Reifen um die Kurve fahren. Ein Schwerpunkt des „Posings“ ist insbesondere in den Sommermonaten der Friedrich-Stoltze-Platz in der Innenstadt. Beschwerden von Anwohnern über den damit verbundenen Lärm waren der Anstoß für die Gründung von KART.

Wird ein Poser erstmals beim überlauten Fahren erwischt, droht ihm lediglich eine Strafe von zehn Euro wegen Verursachung unnötigen Lärms. Die KART führt allerdings ein sogenanntes Verfahrensverzeichnis. Für die Poser heißt das: Jeder Verstoß wird registriert. Und mit jedem Mal steigt das Bußgeld.

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