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Trauerzug in der Innenstadt Schweigen aus Solidarität

60 Menschen demonstrieren in der Frankfurter Innenstadt gegen den Terror in Jerusalem – mit Hymne und Gebet. Mit einem Schweigemarsch von der Konstablerwache bis zum Opernplatz zeigten die Demonstranten Mitgefühl mit den Opfern des Anschlags auf eine Synagoge in der israelischen Hauptstadt.

Gedenken vor der Alten Oper. Foto: Michael Schick

Etwa 60 Menschen haben am Sonntag in der Innenstadt gegen den Terror in Jerusalem demonstriert. Mit einem Schweigemarsch von der Konstablerwache bis zum Opernplatz zeigten die Demonstranten Mitgefühl mit den Opfern des Anschlags auf eine Synagoge in der israelischen Hauptstadt. Sie trugen Kerzen, hielten Banner mit der Aufschrift „Israel wants Peace“ und schwenkten Fähnchen mit der Landesflagge.

Auf dem Opernplatz bildeten die Demonstranten einen Kreis. Sie sangen die israelische Nationalhymne und lauschten dem Kaddisch-Gebet. Mit dem Kaddisch möchten Juden Gott nach ihrem Leben auf der Erde danken. Deshalb heißt es auch „Totengebet“. Der Schweigemarsch verlief die gesamte Zeit über friedlich. Ein Mann rief im Vorbeigehen mehrmals „Free Palästina“. Die Demonstranten antworteten mit Schmährufen.

Anlass für den Trauerzug war der Terroranschlag auf die Kehillat Bnei Torah-Synagoge: Zwei bewaffnete Palästinenser hatten am Dienstag das Gebäude in Westjerusalem gestürmt und ein Blutbad angerichtet. Die Attentäter töteten vier Gläubige, die sich in der Synagoge zum Morgengebet versammelt hatten. Die Angreifer wurden von Sicherheitskräften erschossen. Ein Polizist erlag später seinen Schussverletzungen. Der Überfall war einer der schwersten Anschläge in Israel in den vergangenen Jahren.

Der Marsch solle „Trauer und Solidarität ausdrücken“, sagt Elisheva Patterson. Die Frankfurter Jüdin hatte zu dem Gedenkzug aufgerufen. „Wir wollen ein Zeichen setzen, dass wir uns nicht verstecken“, sagt Patterson, die im Sommer selbst Opfer eines antisemitischen Anschlags wurde. Unbekannte hatten eine Bierflasche in das Badezimmer ihrer Wohnung geworfen.

Patterson wehrt sich gegen antisemitische Übergriffe: „Ich lasse mich nicht einschüchtern“, sagt sie. „Es kann nicht sein, dass wir uns in Deutschland im Jahr 2014 verstecken.“ In die gleiche Kerbe schlägt Andrej Tsygankov: „Wir wollen ein Zeichen setzen, dass wir hinter Israel stehen“, sagt das Mitglied der Jüdischen Gemeinde Frankfurt. „Es ist schrecklich, was im Nahen Osten passiert. Die Welt muss zeigen, dass sie nicht tatenlos zusieht.“

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