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Traditionsgeschäft in Frankfurt Neuer Carolus öffnet am 30. Oktober

Die Traditionsbuchhandlung Carolus ist gerettet. Sie zieht in die Vilbeler Straße 36 nördlich der Zeil. Die künftigen Räume sind deutlich kleiner als die derzeitigen. Nur ein Drittel der Mitarbeiter kann bleiben.

Die Buchhandlung Carolus zieht von seinem langjährigen Standort Liebfrauenstraße 4 in das Haus Vilbeler Straße 36 nördlich der Zeil um. Foto: Rolf Oeser

Die traditionsreiche Buchhandlung Carolus, 1871 gegründet, ist endgültig gerettet. Allerdings um einen hohen Preis: Es gehen Arbeitsplätze und Verkaufsfläche verloren. Der große Buchladen zieht von seinem langjährigen Standort Liebfrauenstraße 4 in das Haus Vilbeler Straße 36 nördlich der Zeil um. Bereits am 30. Oktober ist im neuen kleineren Geschäft der erste Verkaufstag, parallel bleibt der alte Laden bis 24. Dezember geöffnet.

Trotz der Rettung herrscht bei den Mitarbeitern ein Widerstreit der Gefühle. Von den heute 14 Beschäftigten, zum Teil sehr lange schon in der Buchhandlung, bleiben nur fünf übrig. Und die Fläche, auf der Bücher und andere Medien angeboten werden, verkleinert sich drastisch: Von heute 500 auf künftig 200 Quadratmeter.

„Es ist ein Einschnitt“, gibt Geschäftsführerin Ariane Roth unumwunden zu. Er wird sich auch in der Rechtsform ausdrücken: Das alte Unternehmen Carolus wird aufgegeben, ein neues unter dem Namen „Carolus Bücher“ gegründet.

Trotz alledem demonstriert Ariane Roth Zuversicht: Sie glaubt an die Zukunft des traditionsreichen Hauses. „Das Buch bleibt bei uns im Mittelpunkt“, sagt sie – auch wenn Hörbücher und Stoffe für E-Book-Reader natürlich auch zu haben seien.

Es bleibe bei den vier inhaltlichen Schwerpunkten der Buchhandlung: Religiöse Literatur, Belletristik, Kinder- und Jugendbücher und Regionales.

Auch das Haus Vilbeler Straße 36, nicht weit vom Kino Eldorado entfernt, gehört wie das Gebäude Liebfrauenstraße 4 dem Gesamtverband der katholischen Kirchengemeinden. Roth glaubt an den neuen Standort: „Es gibt hier rundherum viele tolle Läden und außerdem ist eine Schule in der Nähe“ – nämlich die Liebfrauenschule, Schäfergasse 23, eine Grundschule.

Auch Guido Schell, der Geschäftsführer des Gesamtverbandes, hält die neue Lage für nicht schlecht. „Das Viertel nördlich der Zeil verändert sich gerade, es wird insgesamt aufgewertet,“ urteilt er.

Bittere Vorwürfe

Dazu zähle auch der Verkehrskreisel am Schnittpunkt von Alter Gasse und Vilbeler Straße, an dem Carolus künftig liegen wird. „Natürlich sind die Passantenströme nicht so stark wie heute am Liebfrauenberg, aber das kann sich entwickeln.“

Ausschlaggebend dafür, dass Carolus überhaupt umziehen muss, war die Forderung der katholischen Kirche nach einer höheren Ladenmiete am Liebfrauenberg. Dort zahlt Carolus heute gerade einmal 12,39 Euro pro Quadratmeter.

Das ist, gemessen an anderen gewerblichen Mieten von bis zu 140 Euro am Liebfrauenberg, ein lächerlich geringer Preis. Dennoch musste sich Stadtdekan Johannes zu Eltz bittere Vorwürfe dafür anhören, dass ausgerechnet die katholische Kirche als „Kapitalist“ und „Preistreiber“ auftrete.

Neuer Mieter am Liebfrauenberg in der Nachfolge von Carolus wird von 2016 an die Wohnbedarfskette Butlers sein: Sie zahlt künftig eine Miete von 40 Euro pro Quadratmeter.

Die Buchhandlung wollte den neuen Mietzins nicht nennen, den sie künftig im Haus Vilbeler Straße 36 bezahlt. Man kann davon ausgehen dass er unter den ortsüblichen Mieten liegt.

Geschäftsführer Schell vom Gesamtverband der katholischen Kirchengemeinden sagte gegenüber der FR nur so viel: „Der Stadtkirche war wichtig, dass die Buchhandlung Carolus auch zukünftig in der Innenstadt bleiben kann.“

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