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Tourismus in Frankfurt Frankfurt für Zugereiste

Eine neue Gastro-Tour will Neuankömmlinge und Touristen in Frankfurt kulinarisch einweisen

Foodhopping in Frankfurt
Jens Becker bietet im Brückenviertel selbstgekelterte Apfelweine für die Tourteilnehmer an. Foto: Food Hopping Europe

Das hat es wohl noch nie gegeben: Menschen, die nach einem Besuch im eher noblen Restaurant im Thurn-und-Taxis-Palais direkt in der gutbürgerlichen „Mutter Ernst“ einkehren. Möglich macht es die neue Gastro-Tour von „Food Hopping Europe“, die an diesem Samstag zum ersten Mal angeboten wird.

Die Idee von kulinarischen Stadtführungen ist nicht mehr ganz neu, das Angebot vielfältig. Frank Borchers räumt auch ein, dass er echte Frankfurt-Kenner wohl nicht mehr wirklich überraschen kann. „Unser Angebot richtet sich eher an auswärtige Gäste und Leute, die neu in Frankfurt sind.“

Borchers kommt aus der Tourismusbranche und bietet seine Hopping-Touren schon seit geraumer Zeit in mehreren Städten in Italien und Spanien an. Mit Frankfurt hat er nun die erste deutsche Stadt im Angebot.

Die Teilnehmer werden an der ersten Station gleich mal mit einer „Spezialität“ begrüßt, die auch viele Frankfurter garantiert noch nicht getrunken haben: Frankfurter Spritz. Statt Sekt, wie im bekannten Sommergetränk Aperol Spritz, überrascht die Frankfurter Variante mit Apfelwein. Den recht süßlichen Aperitif bekommen im Thurn und Taxis nur die Gäste der Tour geboten, auf der Karte steht er nicht.

Natürlich bietet auch die Mutter Ernst in der Alten Rothofstraße keine solchen Spielereien, sondern seit fast 80 Jahren bodenständige Hausmannskost. Die Tour-Teilnehmer dürfen neben einem Frankfurter Würstchen auch den hausgemachten Kartoffelsalat probieren. Der, verrät Borchers, schmecke so gut, weil der Chef des Lokals einen eigenen Kartoffelacker habe.

Bei der Tour geht es nicht nur um Essen und Trinken. Den Teilnehmern sollen auch ein paar historische Anekdoten nähergebracht werden. Bei der Geschichte von Rosemarie Nitribitt gähnt der gebürtige Frankfurter, aber wer hat schon präsent, dass es am Rossmarkt 1799 die letzte Hinrichtung gab oder der benachbarte Steinweg angelegt wurde, um dem Matsch des großen Pferdemarkts zu entkommen? Noch ist nicht alles eingespielt, und Führerin Nicola Müller muss häufiger noch auf ihre Spickkärtchen schauen. Doch dafür sind die Gastgeber der einzelnen kulinarischen Stationen allesamt alte Hasen.

Noch vergleichsweise neu im Geschäft ist Jens Becker. Der hat seinen alten Job in der Marketingbranche aufgegeben und keltert lieber Apfelwein, den er in seinem Laden in Sachsenhausen verkauft. Der offerierte Äppler, der beim Kauf allerdings auch seinen Preis hat, ist so bekömmlich, dass wahrscheinlich nicht mal asiatische Touristen das Gesicht verziehen werden, wenn sie das Frankfurter Nationalgetränk probieren müssen.

Natürlich bekommen die Teilnehmer der Tour auch Grüne Soße, Handkäs und eine original Gref Völsing vorgesetzt. Das Laufen zwischen den Etappen hilft, all das auch zu verdauen.

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