Lade Inhalte...

Totale Mondfinsternis am 27. Juli 2018 So lässt sich die Mondfinsternis am besten beobachten

Astronom Volker Heinrich von der Sternwarte Frankfurt gibt Tipps, wie die längste Mondfinsternis des Jahrhunderts am besten zu sehen ist.

Vollmond in Darmstadt
Hinter einem dünnen Wolkenschleier erscheint der Vollmond über der Skulptur Balance des Bildhauers Hubertus von der Goltz auf dem Dach der Ausstellungshalle auf der Mathildenhöhe. Foto: Frank Rumpenhorst (dpa)

Astronom Volker Heinrich (56) von der Sternwarte Frankfurt gibt Tipps für den optimalen Ausblick am Freitagabend.

Welcher Platz eignet sich, um die Mondfinsternis zu beobachten?
Am besten wäre sie von einem Schiff auf hoher See aus zu beobachten, weil der Mond ohne Horizonthindernisse sofort nach dem Aufgang beobachtet werden kann. Das Besondere an der Beobachtung eines Sommervollmondes ist, dass er nur ganz flach über den Himmel schleicht und keine große Höhe über dem Horizont erreicht.

Ist dieses Jahrhundertereignis dann gar nicht von Frankfurt aus zu beobachten?
Wenn Ihr Beobachtungsplatz von höheren Häusern umgeben ist, kann das ein Problem sein. Die Gebäude können Ihnen den Blick auf den Mond erschweren oder, je nach Höhe, ganz unmöglich machen.

Wo werden Sie denn die Mondfinsternis beobachten?
Wir von der Sternwarte werden gemeinsam mit dem Museum Keltenwelt eine öffentliche Beobachtung auf dem Glauberg machen. Da haben wir ein relativ freies Blickfeld nach Südosten und Süden. Schon die Kelten haben da Mondbeobachtungen durchgeführt. Da kann man den Mond wenige Minuten nach dem Aufgang sehen.

Empfehlen Sie Equipment für die Mondbeobachtung?
Bei unserer öffentlichen Beobachtung haben wir fünf große Fernrohre am Start. Es ist auf jeden Fall sinnvoll, ein Fernglas mitzubringen. Das ist ein gutes Beobachtungsinstrument für die Mondfinsternis.

Müssen Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden?
Nein, anders als bei der Sonnenfinsternis haben wir da kein sicherheitstechnisches Problem.

Ist es wegen der Beleuchtung in der Stadt besser, auf das Land zu fahren?
Das spielt bei den Mondfinsternissen eine untergeordnete Rolle. Wegen der Lichtverschmutzung haben wir unseren Standort zum Beispiel nicht gewechselt, sondern weil uns bei der Sternwarte die umgebende Bebauung stört.

Welche Plätze sind abgesehen vom Glauberg zu empfehlen?
Jeder Platz, der höher gelegen ist und wo man möglichst freie Sicht auf den südöstlichen und südlichen Horizont hat. Da gäbe es den Lohrberg oder den Berger Hang. Aber auch schöne Taunushügel, Hügel im Westerwald, Vogelsberg, Spessart und der Rhön bieten sich an.

Was fasziniert die Menschen so am Blutmond?
Die Finsternisse im Allgemeinen, also die Sonnen- und Mondfinsternisse, sind von unseren Vorfahren schon immer mit besonderem Interesse beobachtet worden, weil man darin göttliche Zeichen gesehen hat. Das ist tief in den Menschen verwurzelt. Auch wenn sie gar nicht so selten sind. 2018 haben wir drei Sonnen- und zwei Mondfinsternisse. Das ist ein durchschnittliches Jahr.

Es gab schon eine Mondfinsternis in diesem Jahr?
Das Jahr hat mit einer totalen Mondfinsternis im Januar angefangen. Von der haben wir allerdings nichts mitgekriegt, denn als die Finsternis anfing, war der Mond bei uns schon untergegangen.

Wie lange dauert die Mondfinsternis am Freitag?
Die beginnt eigentlich um 20.24 Uhr deutscher Zeit. Der Mond geht bei uns in Frankfurt aber erst um ungefähr 21.10 Uhr auf. Die Finsternis ist dann bis 0.13 Uhr zu sehen. Das heißt, die erste Stunde fehlt uns.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Mondfinsternis

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen