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Toiletten in Frankfurt Ein Klo pro 13.000 Einwohner

In Frankfurt kommen auf eine öffentliche Toilette 13.000 Einwohner. Die Stadt belegt im bundesweiten Vergleich nur Platz acht. Stadtrat Jan Schneider will sich jetzt der Sache annehmen.

Stephanie Kühne reinigt die öffentlichen Toiletten an der Konstablerwache. Foto: Khang Nguyen/dpa

Auf den Internetseiten der Stadt Frankfurt wird Kerry Reddington in erster Linie als Mitglied der Kommunalen Ausländervertretung geführt. Doch der US-Amerikaner ist weitaus mehr als das. Er ist ein Klo-Lobbyist. Ein Mann, der unermüdlich für Toiletten im öffentlichen Raum kämpft. Und für den der heutige Samstag, 19. November, ein Feiertag ist.

Weil nämlich: Heute ist Welt-Toilettentag, und der Termin wird erstmals auch in Frankfurt begangen. Und zwar im Zukunftspavillon auf dem Goetheplatz, wo es ein Programm rund um die Klos gibt.

In diesem Ambiente steht Reddington am Freitagnachmittag und sagt Sätze wie: „Ich war neulich auf einem No-Water-WC – das war cool.“ Ins Detail geht er nicht, dafür wird er politisch. Denn in Sachen Toiletten liege in Frankfurt einiges im Argen.

13 000 Einwohner müssten sich ein öffentliches WC teilen, rechnet Reddington vor. Das ist im bundesweiten Vergleich nur Platz acht. Und über die Zustände in den Anlagen rede er gar nicht. Jedenfalls müsse sich niemand über die vielen Wildpinkler wundern. Zumal oft Hinweise auf die Klos fehlten.

Einen ersten Erfolg hat Reddington vor einigen Wochen errungen. Am Mainufer wurden mobile Toiletten aufgestellt. Zunächst nur versuchsweise. Aber für Reddington ist klar, dass die Klos dauerhaft stehenbleiben müssen.

In der Stadtregierung ist Jan Schneider für Toiletten zuständig, denn der CDU-Mann ist Infrastrukturdezernent. Er schlägt sich wacker im Zukunftspavillon, wo es am heutigen Samstag Spiele mit Klobürsten geben soll und Kinder WC-Brillen bunt bemalen dürfen.

Ganz untätig sei die Stadt nicht geblieben, sagt Schneider. Und Frankfurt habe ja zuletzt viel mehr Einwohner bekommen, das verhagele die Bürger-Klo-Quote natürlich. Aber es stimme schon: Die Stadt müsse sich mehr anstrengen.

Wobei man nicht immer so „hemdsärmelig“ vorgehen könne wie am Mainufer, sagt der Infrastrukturdezernent. Zunächst einmal will er das Onlineportal der Stadt für das Thema öffnen. Bürger sollen angeben, wo Toiletten fehlen. Und auf bestehende Vereinbarungen mit Gastronomen, deren Toiletten öffentlich zugänglich sind (etwa im „Oosten“ am Hafenpark), müsse besser hingewiesen werden.

Kerrington nimmt das wohlwollend zur Kenntnis. Schneider sei ein „engagierter Mitstreiter, der zieht das jetzt durch“. Aber die Ansprüche des US-Amerikaners sind hoch. Frankfurt müsse Toilettenhauptstadt Deutschlands werden. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg.

Das Programm zum Welttoilettentag im Zukunftspavillon auf dem Goetheplatz dauert am heutigen Samstag von 12 bis 18 Uhr.

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