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Tod von Buddy Elias "Von den Jugendlichen geliebt"

Am Montag ist Buddy Elias, der Cousin von Anne Frank, im Alter von 89 Jahren verstorben. Aus vielen Richtungen kommen nun emotionale Reaktionen auf seinen Tod.

Buddy Elias im Jahr 2011 beim Pflanzen einer Rose für Anne Frank im Garten des Jüdischen Museums. Foto: Monika Müller

Buddy Elias war ein außerordentlich sympathischer, offener und kluger Mensch“, sagt Meron Mendel. Der Direktor der Bildungsstätte Anne Frank hat nur die besten Worte übrig für Anne Franks Cousin, der am Montag im Alter von 89 Jahren im Kreis seiner Familie in Basel gestorben ist.

Mendel kannte Elias zwar erst seit einigen Jahren, doch in dieser Zeit sind sich die beiden einige Dutzend Male begegnet. Elias besuchte mit seiner Frau Gerti mehrmals im Jahr die Bildungsstätte, um dort mit Jugendlichen ins Gespräch zu kommen.

Stets erinnerte er dabei an den Holocaust und machte sich für Menschenrechte stark. Elias habe „auf sehr persönliche Weise zu schildern gewusst, wie es ist, einen Teil der Familie im Holocaust zu verlieren“, erinnert sich Mendel. Dafür, dass Elias dabei so „humorvoll und optimistisch“ gewesen sei, „wurde er von den Jugendlichen geliebt“.

Der Humanist und Schauspieler Elias, der 1925 in Frankfurt geboren wurde und dessen Familie mit ihm 1931 nach Basel emigrierte, war dort viele Jahre lang Präsident des Anne-Frank-Fonds. Anfang der 50er-Jahre kam er zum ersten Mal zurück nach Frankfurt und war seitdem eng mit der Stadt verbunden. So setzte er den Wunsch seines Onkels Otto Frank mit um, eine Jugendbegegnungsstätte – die Bildungsstätte Anne Frank – zu gründen.

„Eindrucksvolle Persönlichkeit“

Bis ins letzte Jahr hinein, so weiß Mendel zu berichten, habe Elias täglich „Stunden damit verbracht, E-Mails und Briefe von Jugendlichen aus der ganzen Welt zu beantworten“. Und noch 2012 begründete Elias das „Familie- Frank-Zentrum“ im Jüdischen Museum Frankfurt mit.

„Dafür sind wir ihm sehr dankbar“, so der stellvertretende Direktor des Jüdischen Museums, Michael Lenarz. Man sei „sehr traurig“ über den Tod einer solch „eindrucksvollen Persönlichkeit“. Im Museumsgarten wächst eine Rose, die Elias 2011 pflanzte.

In vielen Teilen der Stadtgesellschaft ist die Bestürzung groß. „Mit dem Tod von Buddy Elias verlieren wir einen unermüdlichen Kämpfer für Menschenrechte und einen wichtigen Zeitzeugen“, sagte Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD).

„Ausgesprochen dankbar“ sei man ihm für sein Engagement, für das ihm vor drei Jahren die Ehrenplakette der Stadt verliehen wurde.

Verpflichtung zur Erinnerung kein Selbstzweck

Die Frankfurter Grünen schreiben in einer Pressenotiz, Elias habe sich „in vorbildlicher Art und Weise gegen Antisemitismus und Rassismus und für die Erinnerung an den Nationalsozialismus und seine Opfer engagiert“. Weiter heißt es: „Unsere Verpflichtung wird dadurch noch größer, die Erinnerung wachzuhalten.“

Dass das im Sinne Elias’ gewesen wäre, glaubt Yves Kugelmann vom Stiftungsrat des Anne-Frank- Fonds in Basel: „Für Buddy Elias war die Verpflichtung zur Erinnerung nicht Selbstzweck, sondern Erkenntnis für die Zukunft“, sagte er der Frankfurter Rundschau.

Auch die Organisatoren von „Frankfurt liest ein Buch“ sind erschüttert. Im April sollte das Ehepaar Elias an Lesungen von Mirjam Presslers Buch über die Familie Frank, „Grüße und Küsse an alle“, teilnehmen. Die Lesungen finden zwar statt – jedoch ohne den Humor von Buddy Elias.

Der Hessische Rundfunk zeigt heute um 23.15 Uhr den Film „Buddy Elias: Mein Glück – mein Schicksal“.

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