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Tibethaus in Frankfurt Tibethaus-Eröffnung ohne Dalai Lama

1. Update Das Tibethaus muss ohne das geistige Oberhaupt der Tibeter eröffnet werden. Der Flug des Dalai Lama verzögert sich bis zum Abend.

Eröffnungsfeier des Tibethauses
Die rund 500 Gäste bei der Eröffnungsfeier des Tibethauses konnten am Dienstag keine Dalai-Lama-Fotos machen. Foto: Christoph Boeckheler

Im Pavillonzelt liegen Glücksschals aus. Unter strahlend blauem Himmel flattern Gebetsfahnen im Wind. Poppige asiatische Musik weht leise über die verhängten Zäune der alten Professorenvilla. Weht rüber zu den Menschen, die in der Senckenberganlage und der Georg-Voigt-Straße Schlangestehen: Die Pressetrupps mit Stativen, Kameras und Schreibblöcken rechts, die geladenen Gäste in Festtagskleidung und mit erwartungsvollen Gesichtern links.

Im Garten des Tibethauses nahe der Messe tummeln sich bald zahlreiche tibetische Familien in farbenprächtiger Tracht, mit Kindern in bunt bestickter Seide. Buddhistische Mönche in rot-gelben Gewändern. Dutzende freiwillige Helferinnen und Helfer. Sie alle sind gekommen, um der Eröffnung des kürzlich umgezogenen Tibethauses beizuwohnen – dem einzigen in Europa, nur in Indien und New York gibt es vergleichbare Häuser. Der Dalai Lama hochpersönlich soll es als Schirmherr einweihen. Doch er kommt an diesem Mittag nicht.

Während sich der Garten nach und nach mit rund 500 Menschen füllt, spricht drinnen beim Medien-Briefing gegen 12 Uhr ein Pressesprecher die unerwartete Nachricht in überrumpelte Gesichter: „Aus technischen Gründen“ habe der Exiltibeter am Morgen nicht von Irland nach Frankfurt fliegen können. Er werde erst gegen 17 Uhr verspätet landen, einer Stunde, zu der der 82-Jährige schlafen zu gehen pflege. Das für Mittwoch und Donnerstag angesetzte Besuchsprogramm in der Jahrhunderthalle werde aber wie geplant stattfinden.

Im Garten sickert diese Kunde erst nach und nach durch. In fröhlicher Sommerfestatmosphäre stehen die Menschen beieinander, essen Teigtaschen und Cashew-Rosinen-Reis, kommentieren das herrliche Wetter. Und bleiben auch gelassen, als sie die Nachricht ereilt. „Hauptsache, es geht ihm gut“, sagt eine ältere Dame. „Wir können ihn ja morgen sehen“, sagt Ngangwang Doltsang gleichmütig. „Als Buddhist ist man eingestellt auf Veränderungen“, sagt Chistopher Richardson. Wie auch die 55-jährige Claudia Bischoff, ist der 66-Jährige aus dem Raum Erlangen nach Frankfurt gekommen, „weil der Dalai Lama für mich eine große Inspiration ist. Er zeigt uns, wozu ein Mensch fähig ist“, - „was Menschsein bedeutet“, ergänzt Bischoff. Beide haben das spirituelle Oberhaupt des tibetischen Volkes bereits in der Vergangenheit gesehen, „er füllt jeden Raum mit seiner Präsenz“, schwärmt Richardson.

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