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Theodor-W.-Adorno-Preis in Frankfurt Ehrung einer kämpferischen Frau

Der Theodor-W.-Adorno-Preis 2018 geht an die Filmregisseurin Margarethe von Trotta. Es ist eine wichtige Auszeichnung der Stadt Frankfurt.

Margarethe von Trotta
Margarethe von Trotta, Regisseurin, wird geehrt. Foto: dpa

Er gehört zu den wichtigsten Auszeichnungen, die von der Stadt Frankfurt vergeben werden: der Theodor-W.-Adorno-Preis. In diesem Jahr wird die renommierte Filmregisseurin Margarethe von Trotta gewürdigt. Der mit 50.000 Euro dotierte Preis wird alle drei Jahre von der Stadt Frankfurt verliehen. Er erinnert an den Philosophen Theodor W. Adorno und würdigt herausragende Leistungen auf den Gebieten der Philosophie, der Musik, des Theaters und des Films. Überreicht wird er am 11. September in der Paulskirche.

In der 41-jährigen Geschichte des Preises ist es erst das dritte Mal, dass jemand aus der Welt des Films die Auszeichnung erhält. Im Jahre 1995 wurde der französische Regisseur Jean-Luc Godard geehrt, 2009 ging der Preis an den deutschen Filmemacher und Schriftsteller Alexander Kluge. 

Die heute 76-jährige  Margarethe von Trotta trat zunächst als Schauspielerin hervor. Hier gibt es auch Berührungspunkte mit Frankfurt am Main: 1969/1970 spielte sie im damaligen Theater am Zoo. Von 1977 an führte die gebürtige Berlinerin selbst Regie. Schon ihr dritter Spielfilm machte die damalige Ehefrau des Regisseurs Volker Schlöndorff international bekannt. „Die bleierne Zeit“ gewann 1981 den Goldenen Löwen bei den Filmfestspielen in Venedig. 

Der Film lehnt sich an das Leben der beiden Schwestern Christiane und Gudrun Ensslin an. Christiane war politische Journalistin und Frauenrechtlerin, Gudrun entschied sich in den 70er Jahren für den bewaffneten Kampf in der Rote Armee Fraktion (RAF).

Von Trottas bisher letzter Erfolg war 2012 die filmische Biografie der Publizistin Hannah Arendt. 
Das Kuratorium des Theodor- W.-Adorno-Preises urteilte, die Regisseurin sei „eine der großen Filmemacherinnen unserer Zeit“, die das Autorenkino wesentlich geprägt habe. Weiter hieß es: „Im Zentrum ihrer künstlerischen Arbeit stehen Frauen, die sich den Brüchen und Zumutungen ihrer jeweiligen Zeit mit großer Intelligenz, persönlicher Stärke und einem dezidierten Willen zur Veränderung der gesellschaftlichen als auch politischen Verhältnisse stellen.“ Sie drehte Filme über Rosa Luxemburg und Hildegard von Bingen.

Der Theodor-W.-Adorno- Preis war 1975 vom damaligen Frankfurter Kulturdezernenten Hilmar Hoffmann (SPD) initiiert worden. Er soll an den großen Frankfurter Philosophen und Soziologen erinnern. Erster Preisträger war 1977 der Soziologe Norbert Elias. Schon 1980 gab es eine große Überraschung, als der konservative OB Walter Wallmann (CDU) den Preis an den linken Soziologen und Philosophen Jürgen Habermas überreichte. 

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