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Terrorverdacht Abgesagtes Radrennen - wer bezahlt?

Fällt die Absage des Radrennens „Rund um den Finanzplatz Eschborn – Frankfurt“ wegen Verdachts auf einen Terroranschlag unter höhere Gewalt? Und wer übernimmt eigentlich die Auslagen für Catering, Aufbau, Blumenschmuck, Security? Radrennen-Organisator Bernd Moos-Achenbach verschafft sich einen Überblick über die Kosten.

Bernd Moos-Achenbach gab am 1. Mai den Startschuss zum inoffiziellen Jedermann-Rennen. Foto: Andreas Arnold

Auf dem Schreibtisch von Bernd Moos-Achenbach türmt sich an diesem Montag die Arbeit. Der Organisator des Radrennens „Rund um den Finanzplatz Eschborn – Frankfurt“ versucht sich nach der Absage der Veranstaltung einen Überblick über die Kosten zu verschaffen. „Heute geht es richtig rund“, sagt der 62-Jährige.

53 Mal war das traditionsreiche Radrennen mehr oder weniger reibungslos über die Bühne gegangen, die 54. Auflage musste wegen der Gefahr eines Terroranschlags kurzfristig abgesagt werden. Die Absage traf den Veranstalter unverhofft. „Eine Versicherung für die Kosten haben wir nicht“, verrät Moos-Achenbach. Der Etat des Rennens lag in den vergangenen Jahren zwischen 800.000 und einer Million Euro. Wie viel Geld die abgesagte Veranstaltung nun verschlingt, weiß Moos-Achenbach noch nicht. „Das wird auch noch ein paar Wochen dauern“, gibt er zu bedenken.

Zunächst einmal müssten jetzt alle Teilnehmer, Teams und Lieferanten angeschrieben werden. Die knapp 5000 Radsportler, die sich für das Jedermann-Rennen angemeldet hatten, könnten etwa auf die Idee kommen, ihre 42 Euro Startgebühr zurückzuverlangen. In den Verträgen werde zwar auf höhere Gewalt hingewiesen, aber ob es sich bei der Absage durch die Sicherheitsbehörden um höhere Gewalt handele, weiß Moos-Achenbach noch nicht.

Größte Geldgeber bekräftigen Solidarität

Während die Radler am Freitag teilweise einfach trotzdem auf die Strecke gingen und zumindest keine Auslagen hatte, gibt es doch viele Unternehmen, die Kosten hatten. „Das Ziel war aufgebaut, Blumensträuße waren gemacht, das Catering für 500 Personen war geliefert, ja selbst die Klohäuschen standen bereits“ sagt Moos-Achenbach. Auch ein Security-Unternehmen sollte 200 Mitarbeiter stellen. Welche Kosten an die Organisatoren herangetragen werden, weiß der 62-Jährige noch nicht. Zwar hätten viele nach der Absage spontan ihre Solidarität bekundet, Moos-Achenbach bleibt aber noch skeptisch: „Die Solidarität wird sich weisen, wenn die Rechnung kommt.“

Bei all diesen Unwägbarkeiten trifft es sich gut, dass die beiden größten Geldgeber des Rennens ihre Solidarität auf FR-Anfrage nochmals bekräftigen. „Die 300.000 Euro werden voll ausgezahlt, das ist für uns selbstverständlich“, sagt die Sprecherin der Stadt Eschborn, Beate Brendel. Auch die Stadt Frankfurt steht zu ihrem Wort. „Wir zahlen so, als hätte die Veranstaltung stattgefunden und ich habe auch andere Sponsoren aufgefordert, es uns gleich zu tun“, sagt Sportdezernent Markus Frank (CDU).

Das Geld können die Organisatoren gut für die Rechnungen gebrauchen, die auf alle Fälle beglichen werden müssen, wie etwa Genehmigungskosten oder die Auslagen für die 21 Radsportteams, die mit ihren Profis bereits zum Rennen angereist waren.

Denn schließlich will Moos-Achenbach das seit 1962 ausgetragene Rennen im kommenden Jahr wieder über die Bühne gehen lassen und niemanden vergraulen. „Wir wollen ganz klar weitermachen“, betont der Unternehmer. Zunächst mal muss er sich aber um die Abwicklung der abgesagten 54. Auflage kümmern. Im Hof steht palettenweise das Wasser für die Sportler, das nicht gebraucht wurde. Moos-Achenbach jedenfalls, hat mehr zu tun, als wenn das Rennen stattgefunden hätte, wie er selbst zugibt: „Soviel Arbeit wie diesmal hatte ich noch nie.“

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