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Taubenfallen in Frankfurt Streit um Messe-Taubenfallen

Der Konflikt um die Tauben-Fangschläge auf dem Messegelände in Frankfurt ist noch nicht beendet. Das Ultimatum der Behörden ist abgelaufen, der Falkner sieht sich im Recht.

Taubenfallen
Eine der Taubenfallen auf der Messe (Vordergrund, Mitte). Foto: C. Steinle

Die Taubenfallen auf dem Messegelände sind zurzeit keine Fallen mehr. Die Türen der Fangschläge seien geöffnet, Vögel könnten ein- und ausfliegen, hieß es am Freitag seitens der Messe, des Umweltamts und des Betreibers der Fallen. Wie es weitergehen soll, ist unklar.

Ende Juli hatten Tierschützer mitgeteilt, dass auf dem Dach der Messehalle 6 mehrere Vögel in einer Falle gefangen seien. Wie sich herausstellte, hatte die Messe einen Falkner beauftragt, zwei dieser Apparaturen zu installieren, auf den Hallen 6 und 9, weil Tauben in großer Zahl in die Ausstellungshallen geflogen seien.

Kritik an den Lebendfallen kam vom Naturschutzbund, vom Komitee gegen Vogelmord und vom Stadttaubenprojekt. Die Obere Naturschutzbehörde (ONB) forderte den Falkner Berthold Geis aus Villmar auf, „den Betrieb der Fallen sofort einzustellen und die Fangschläge bis zum 17. August 2018 zu beseitigen“.

Die Behörde beim Regierungspräsidium Darmstadt berief sich dabei auf Paragraf 4 Absatz 1 der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV). Danach sei es untersagt, „wild lebenden Tieren der besonders geschützten Arten und der nicht besonders geschützten Wirbeltierarten, die nicht dem Jagd- oder Fischereirecht unterliegen, nachzustellen, sie anzulocken, zu fangen oder zu töten und hierfür u. a. Schlingen, Netze, Fallen, Haken, Leim und sonstige Klebstoffe zu verwenden“. Ein Sprecher der Behörde sagte in dem Zusammenhang, die Anlagen seien stillgelegt. Dem widersprach Geis: Von einer Stilllegung könne keine Rede sein.

Der Falkner bleibt bei seiner Auffassung, der Betrieb der Lebendfallen sei ihm erlaubt. Dies habe der Hessische Verwaltungsgerichtshof in Kassel entschieden, weitere Instanzen hätten seine Haltung bestätigt: „Ich habe die Genehmigung.“ Jede Woche riefen Kunden an und verlangten Taubenfangschläge: „Ich komme momentan gar nicht hinterher.“ Was ist, wenn die Behörde gemäß BArtSchV die Stilllegung verlangt? „Ich werde mich weigern. Dann geht das vor Gericht, und dann gibt es eine Schadenersatzforderung, die sich gewaschen hat.“

Das Frankfurter Umweltamt nahm am Freitag die Fangschläge in Augenschein. Die Auflage, die Anlagen zu beseitigen, war offenbar nicht erfüllt. Was nun? Christa Mehl-Rouschal von der Unteren Naturschutzbehörde sagt: „Die Messe ist ja Auftraggeber – sie könnte andere Möglichkeiten prüfen, mit den Tauben umzugehen.“ Die Messe sieht sich nicht in der Pflicht. „Das ist eine Angelegenheit zwischen dem Falkner und den Behörden“, sagt Messe-Sprecher Markus Quint. „Wir beobachten, wie es sich entwickelt, und wir wollen den Sachverhalt gern geklärt haben.“

Ob es eine grundsätzliche Klärung wird? Bereits Anfang August stellte die ONB dem Falkner anheim, eine Ausnahmegenehmigung zu beantragen. Dies sei bis dato nicht geschehen, hieß es.

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