Lade Inhalte...

"Tatort"-Dreh in Frankfurt Das neue Kommissarenpaar ermittelt - in Frankfurt

Nina Kunzendorf und Joachim Król treten als Hauptkommissarin Conny Mey und Hauptkommissar Frank Steier das Krimi-Erbe von Andrea Sawatzki und Jörg Schüttauf an. 26 Tage wurde der Tatort für "Eine bessere Welt" zwischen Gallus und Riedberg gedreht. Mit Video

10.12.2010 09:36
Jana Schulze und Carla Schneider
Bitte recht freundlich: Nina Kunzendorf und Joachim Król als neues HR-Tatort-Ermittlerteam. Foto: Andreas Arnold

Nina Kunzendorf und Joachim Król treten als Hauptkommissarin Conny Mey und Hauptkommissar Frank Steier das Krimi-Erbe von Andrea Sawatzki und Jörg Schüttauf an. 26 Tage wurde der Tatort für "Eine bessere Welt" zwischen Gallus und Riedberg gedreht. Mit Video

Sie will nicht. Am liebsten überhaupt kein Foto im Büro ihres Kollegen, des Kommissars Frank Steier. Und wenn, dann „nicht in Kostüm“, dafür im unkleidsamen blauen Fleecepulli. Dabei hatte der Hessische Rundfunk (HR) doch geladen, damit sich die vierte Macht im Staate erstmals ein Bilde vom neuen hessischen „Tatort“ und dann mächtig Werbung dafür macht. „Eine bessere Welt“ wird er heißen und soll im November 2011 einen Sonntagabend spannend machen.

Nina Kunzendorf und Joachim Król treten als Hauptkommissarin Conny Mey und Hauptkommissar Frank Steier das Krimi-Erbe von Andrea Sawatzki und Jörg Schüttauf an. Aber das würde das hessische Landesfernsehen niemals so formulieren. „Wir wollen uns vom Vorgänger abheben. Bei Sawatzki waren wir immer so tiefgründig, nun fangen wir ganz neu an“, erklärt HR-Fernsehspielchefin Liane Jessen. „Jeder Fernsehsender muss sich weiterentwickeln.“ Der neue „Tatort“ setze auf jeden Fall auf Schnelligkeit. Im Zeitraffer geht es durch drei Tage, in denen die Chronik eines angekündigten Mordes nachvollzogen wird. Ein Mann spricht bei der Polizei vor und verdächtigt die Freundin seines Sohnes des versuchten Mordes an selbigem. Doch was tun, wenn noch niemand tot ist?

Keine Schablonen

Während Kunzendorf lustlos – die Arme aufgestützt, das Gesicht in die Hände gelegt – dreinschaut, lobhudelt Król: „Beim Hessischen Rundfunk geht es nicht um Schablonen, die uns übergestülpt werden.“ Vor einem Jahr hätte man sich im Team versprochen, gemeinsam eine längere Strecke zu gehen. „In den ersten fünf Film-Minuten rasseln wir aneinander und entdecken dann von Tag zu Tag neue Facetten an uns. Aber ich kann die Figur Steier heute noch nicht genau beschreiben.“

Dabei ist, das erzählt Regisseur Lars Kraume, doch die Halbzeit seiner Dreharbeiten erreicht. Am 16. November ging’s los, am 21. Dezember soll die letzte Klappe für dieses Jahr fallen. Wenn der Schnee nicht noch mehr – für das dargestellte Herbstwetter – alles durcheinander wirft. In einer Wohnung im Gallus, an der Konstablerwache, auf dem Riedberg, im sportwissenschaftlichen Institut der Goethe-Universität und auf der Honsellbrücke hatte das Team seine Scheinwerfer aufgestellt. Derzeit muss die ehemalige Woolworth-Zentrale in Niederrad als Polizeipräsidium herhalten. Im Foyer haben sie dunkelblaue Hinweisschilder angeschraubt, Meys und Steiers Büros befinden sich im Erdgeschoss und strahlen mit türkisen Fliesen im 60er-Jahre-Flair.

Lebenslustige und Eremit

Der neue Hauptkommissar ist laut Drehbuch Einzelgänger, emotionslos nach außen. Die Hauptkommissarin, direkt und lebenslustig, überfordert ihren Kollegen mit ihrer Art. „Ich wollte nicht nur in der Drama-Ecke bleiben und nur die Mutter im Ausnahmezustand spielen. Hier bin ich nun eine sonnige, saftige Figur“, sagt Kunzendorf. Und dann lacht sie plötzlich, wirkt trotz Fleecepulli sympathisch und dann sagt sie auch noch, dass „Frankfurt ganz toll“ ist. Król nickt, die Stadt am Main habe ihm „bislang noch gefehlt in seiner biografischen Sammlung.“ Am 18. werde er erstmals das Stadion besuchen.

Es wurde dann wieder spät am Donnerstagabend bei Kunzendorf, Król und ihren Kollegen. Aber wie sieht der Feierabend der Kommissare aus? „Ihr Privatleben ist nicht wichtig“, sagt Liane Jessen. „Wir haben genug leere Kühlschränke gesehen.“ Kunzendorf stimmt zu. Letztlich hat sie doch noch in die Kamera gelächelt.

Alles, was Sie über den "Tatort" wissen müssen und wollen

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen