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Talmud-Schule in Frankfurt Zum Jubiläum eine neue Thorarolle

Die Talmud-Schule in Frankfurt besteht seit 15 Jahren. Zur Feier in der Westend-Synagoge kommen vielen ehemaligen Absolventen. Und zum Jubiläum gibt es eine neue Thorarolle.

Moshe Geizel (links) vor der von ihm geschriebenen Thorarolle. Foto: Johannes Vetter

Die Frankfurter Talmud-Schule hat am Sonntag ihr 15-jähriges Bestehen gefeiert. Die Schule des jüdisch-orthodoxen Vereins Chabad ist laut Rabbiner Zalman Gurevitch die einzige in Deutschland. 16 Schüler aus der ganzen Welt studieren dort die Thora und vor allem das Schriftwerk Talmud. Für sie ist der einjährige Aufenthalt an der Frankfurter Schule Teil der Ausbildung zum Rabbiner. Höhepunkt bei den Feierlichkeiten zum Jubiläum in der Westend-Synagoge war die Weihe einer neuen Thorarolle.

Ein ehemaliger Talmud-Schüler habe die neue Rolle gestiftet, berichtete Rabbiner Gurevitch am Sonntag. Die Thorarolle sei nötig für die Gottesdienste der Wander-Rabbiner, die nach Frankfurt kämen. Etwa 600 000 Buchstaben seien in der Rolle von Hand niedergeschrieben, so Gurevitch. Die letzten schrieben Mitglieder der Jüdischen Gemeinde am Sonntag mit dem Thoraschreiber zusammen.

Gurevitch unterrichtet die Talmud-Schüler. Sie kämen für ein Jahr von der zentralen europäischen Chabad-Schule in Brunoy bei Paris. Formal dauere die Ausbildung zum Rabbiner dort drei Jahre. Allerdings würden die Schüler nicht nur zum Lernen kommen. „Sie sollen auch selbst unterrichten“, sagte Gurevitch. Weil sie vor 15 Jahren gemerkt hätten, in Frankfurt könne das „Niveau des religiösen Unterrichts noch steigen“, habe sich Chabad entschlossen, die Schule hier zu eröffnen, so der Rabbiner. Ein zweiter Grund sei die „wunderschöne Jüdische Gemeinde“ in der Stadt gewesen.

Lobende Worte für die Talmud-Schule fand am Sonntag auch der Rabbiner der Jüdischen Gemeinde, Julian-Chaim Soussan. „Grundsätzlich ist es eine Bereicherung, dass man so eine Institution in Frankfurt hat“, sagte er, „insbesondere für die Jugendlichen.“ In den vergangenen 15 Jahren haben etwa 240 Schüler aus der ganzen Welt die Frankfurter Talmud-Schule besucht. Viele Ehemalige kamen am Sonntag zur Feier. Tsemah Nisilevitch, der heute in Frankreich lehrt, erinnert sich gerne zurück an seine Zeit in Frankfurt. Von 2010 bis 2013 sei er hier gewesen, berichtet der 21-Jährige. Es sei sein eigener Wunsch gewesen, nach dem einen Jahr Studium den Aufenthalt in Frankfurt zu verlängern. Er betont, es gebe einen starken sozialen Zusammenhalt unter den Talmud-Schülern. Neben dem Lernen in der Gruppe sei es zudem wichtig, den „Glauben zu den Menschen zu bringen“, so Nisilevitch. Ähnliches berichtete der 19-jährige Mendel Wolff am Sonntag. Seit einem halben Jahr ist der gebürtige Ukrainer in Frankfurt. Er sagt, seine Tage hier seien ganz der Religion gewidmet.

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