Lade Inhalte...

Struwwelpeter-Museum Struwwelpeter zieht um

Das neue Museum in der Altstadt könnte zum Publikumsmagneten werden. Wenn das Haus geschlossen ist, sollen Veranstaltungen die Altstadt beleben.

Struwwelpeter
Keine Lust auf Fingernägelschneiden, und das seit 1844. Foto: Alex Kraus

Die Geschichten des unbeugsamen Jungen mit der Afro-Frisur und den ellenlangen Nägeln zählen zu den berühmtesten Erzählungen, die aus Deutschland stammen. Genauer: aus Frankfurt. In 45 Sprachen ist der Struwwelpeter des Frankfurter Psychiaters und Kinderbuchautors Heinrich Hoffmann (1809–1894) übersetzt. Das Museum, das der bekanntesten Figur aus Hoffmanns Werk gewidmet ist, zieht demnächst um, um noch mehr Publikum anzuziehen: in das Haus „Hinter den Lämmchen 2 und 4“ in die neue Frankfurter Altstadt.

Bislang ist das Museum in einem Westend-Altbau in der Schubertstraße 20 untergebracht. Etwa 14 000 Besucher sehen die Dauerausstellung pro Jahr. Am neuen Standort in der Altstadt, die im September 2018 mit einem dreitägigen Fest eröffnen soll, hofft die Koalition auf „eine Vervierfachung der Besucherzahl“. Der Umzug sei für „Ende 2018/Anfang 2019 geplant“, so Jana Kremin, Sprecherin von Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD).

Die Geschichte, die Hoffmann im Jahre 1844 für seinen dreijährigen Sohn Carl verfasst hat, findet immer noch viele Leser, vor allem im Ausland. So hofft die Koalition, dass Besucher das Museum „zu einem zentralen touristischen Anziehungspunkt“ machen werden. In einem neuen Antrag fordert die Koalition den Magistrat dazu auf, ein Konzept für Ausstellung und Pädagogik vorzustellen sowie die mit dem Betrieb verbundenen Kosten darzulegen. Wenn das Museum geschlossen hat, sollten die beiden Erdgeschoss-Bereiche „öffentlich und möglichst divers“ genutzt werden. Das könnte durch ein „anspruchsvolles Veranstaltungsprogramm“ geschehen sowie die Einrichtung eines Geschäfts mit Getränkeausschank oder eines Cafés. Damit soll die Altstadt auch montags oder am Abend, wenn das Museum geschlossen ist, lebendig bleiben.

Das Museum in der Trägerschaft der Frankfurter Werkgemeinschaft beschäftigt Menschen mit Behinderung oder psychischer Erkrankung – was zur Vita von Heinrich Hoffmann passt. Als Nervenarzt setzte er sich fast 40 Jahre lang für die humanere Behandlung von psychisch Kranken ein und machte sich in der Armenpflege verdient. Außerdem war Hoffmann Mitglied im Vorparlament, das 1848 die erste Nationalversammlung in der Paulskirche vorbereitete.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen