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Sternsinger-Gottesdienst in Frankfurt Singen gegen Kinderarbeit

Die Sternsinger feiern ihren traditionellen Gottesdienst im Dom in Frankfurt und sammeln Geld im Römer.

Sternsingergottesdienst im Dom
Nach dem Sternsinger-Gottesdienst im Dom ziehen die Kinder weiter zum Römer. Foto: Rolf Oeser

Ein Junge sitzt auf dem Boden und klopft Steine. Andere Kinder knüpfen Teppiche, sortieren Kaffeebohnen und bekleben Schmuck. Es sind ungewöhnliche Szenen, die sich am Freitagmorgen im Kaiserdom St. Bartholomäus abspielen. Doch schließlich erheben sich die bunt gekleideten Kinder zusammen mit ihren Eltern und Großeltern und singen das Lied „Stern über Bethlehem“.

Der traditionelle Sternsinger-Gottesdienst fand in diesem Jahr etwas verspätet statt, Grund dafür sind die hessischen Schulferien – viele Familien sind noch im Urlaub. Trotzdem waren rund um den 6. Januar, den Tag der Heiligen Drei Könige, wieder mehrere Hundert Kinder im Stadtgebiet unterwegs, um den Segen Christi zu überbringen und Spenden zu sammeln. Lili und Emily sind bereits am Montag durch Frankfurt gezogen und wollen auch am Wochenende noch einmal los. „Von einem Kindergarten haben wir sogar 200 Euro Spenden bekommen“, erzählt Emily ganz stolz.

Das Leitwort der Sternsingeraktion 2018 lautet „Segen bringen, Segen sein. Gemeinsam gegen Kinderarbeit – in Indien und weltweit“. Damit soll auf die Ausbeutung von Kindern in vielen Ländern aufmerksam gemacht werden. Über dieses wichtige Thema sind die Sternsinger schon bestens informiert. „Eigentlich ist Kinderarbeit in vielen Ländern verboten“, sagt ein Mädchen. „Meistens verdienen die Eltern nicht gut genug, deshalb schicken die ihre Kinder zur Arbeit“, ergänzt ein anderes.

Drei als Kaspar, Melchior und Balthasar verkleidete Jungen stellen während des Gottesdienstes vor, was mit dem gesammelten Geld geschehen soll. „Ich bringe den Eltern einen Lohn, damit sie genug Geld auf dem Tisch haben“, sagt der eine. Doch faire Löhne sind nur eines der Anliegen. Die Sternsingeraktion möchte Kinderarbeit außerdem mit Selbsthilfegruppen für Mütter und einer Schulausbildung für alle Kinder bekämpfen.

Nach dem rund einstündigen Gottesdienst versammeln sich alle Sternsinger draußen vor dem Dom, einige Eltern zücken die Kamera oder das Handy und machen Fotos. Einige Touristen staunen nicht schlecht angesichts des bunten Treibens.

Dann geht es zu Fuß in Richtung Römer. Dort wollen die Kinder den Stadtverordneten und den Mitarbeitern der Stadtverwaltung die Wünsche der drei Weisen aus dem Morgenland überbringen.

Mit dabei ist auch Charlotte aus Niederrad. Sie trägt ein Kostüm, das ihre Mutter extra für sie genäht hat. Vor dem Römer angekommen, wartet die Gruppe in ihren bunten Gewändern kurz auf Stadtdekan Johannes zu Eltz, schließlich geht es hinauf in den Kaisersaal. Dort schwenken zwei Messdiener ihre Weihrauchfässer, sodass sich der Geruch schnell im ganzen Saal ausbreitet. Während alle Anwesenden noch auf Oberbürgermeister Peter Feldmann warten, laufen Lilli und Emily mit einer Spendenbüchse zwischen den Menschen umher und sammeln dabei den ein oder anderen Euro. Da strahlt der noch einmal intonierte „Stern über Bethlehem“ umso heller.

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