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Sterbebegleitung in Frankfurt Hilfe für Todkranke

Nordwestkrankenhaus und Markuskrankenhaus erinnern an die Anfänge der Palliativmedizin vor 20 Jahren.

Seit dem Jahr 2013 ist das „Interdisziplinäre Zentrum für Palliativmedizin“ in hellen und modernen Räumen auf dem Campus des Markuskrankenhauses in Bockenheim untergebracht. Foto: Andreas Arnold

Das Markuskrankenhaus und das Nordwestkrankenhaus erinnern in diesen Tagen mit einem Symposium und einer mehrstündigen Veranstaltung daran, dass die Palliativmedizin erst vor 20 Jahren an den Krankenhäusern etabliert wurde. Die ersten zehn Betten in Hessen standen im Frankfurter Nordwestkrankenhaus, heute verfügt die Klinik über 22 Plätze. Selbst in so relativ gut versorgten Städten wie Frankfurt sei der Bedarf nach solchen Angeboten noch nicht gedeckt, sagte die Leiterin des Palliativmedizinischen Zentrums am Nordwestkrankenhaus, Elke Jäger, im Gespräch mit der FR.

Aus der Palliativmedizin von damals habe sich ein „aktives medizinisches Feld“ mit einem „höchst interdisziplinären“ Ansatz entwickelt. Vertreten sei die Onkologie – weil es sich bei den unheilbar Kranken sehr oft um Krebspatienten handelt. Mit Hilfe der Psychologie wird versucht, die Unausweichlichkeit des Todes zu verkraften. Eine zentrale Rolle spielt die Schmerztherapie, aber auch Physiotherapie und Ernährungswissenschaft sitzen mit im Boot und inzwischen auch die Sportwissenschaft: „Das wächst ständig“, sagte Jäger.

Speziell geschulte Pflegekräfte orientieren sich ebenso wie alle anderen, die auf den beiden Palliativstationen im Nordwestkrankenhaus arbeiten, an den Wünschen und Bedürfnissen der Patienten. Auch Freunde und Angehörige werden in die Betreuung einbezogen und begleitet, denn auch sie müssen das Schicksal ihres Patienten bewältigen. Von der Aufmerksamkeit und der Menschlichkeit palliativmedizinischer Stationen können andere medizinische Fachrichtungen nur lernen.

Wärme und Verständnis

Hier gehe es nicht darum, ob sich die eine oder andere Behandlung „noch lohnt“, betonte Jäger. Der Patient sei ja „nicht tot“. Es gehe darum, das verbleibende Leben so angenehm wie möglich zu gestalten, Ängste abzubauen, Freude zu schenken und Geborgenheit zu vermitteln. Das sei eine wertvolle Aufgabe bis zum letzten Atemzug. Die Geschichte der Palliativmedizin des Markuskrankenhauses begann in einem Gebäude in der Rechneigrabenstraße, das inzwischen in ein Hospiz umgewandelt wurde.

Auch in diesem Hospiz geht es jetzt darum, den Patienten bis zu ihrem Tod Wärme und Verständnis entgegenzubringen. Seit dem Jahr 2013 ist das „Interdisziplinäre Zentrum für Palliativmedizin“ in hellen und modernen Räumen auf dem Campus des Markuskrankenhauses in Bockenheim untergebracht.

Während im Nordwestkrankenhaus bereits am vergangenen Freitag ein Symposium zum 20-jährigen Bestehen der Palliativmedizin abgehalten wurde, wird das Markuskrankenhaus am heutigen Mittwoch, 23. November, in einer Veranstaltung mit geladenen Gästen an das Jubiläum erinnern.

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