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Städtische Bühnen in Frankfurt „Wir können die Idee auf Frankfurt übertragen“

Kulturdezernentin Ina Hartwig hat Kopenhagen bereist, um sich Eindrücke von den dortigen Bühnen zu verschaffen. Manches lasse sich auch in Frankfurt realisieren, sagt sie.

Zukunft der Städtischen Bühnen in Frankfurt
Einblicke nach innen und außen: das Staatstheater in Kopenhagen. Foto: rtr

Der Kulturausschuss des Römers hat von Mittwoch bis Freitag die Städte Oslo und Kopenhagen bereist, um sich die dortigen Bühnen anzusehen. Kulturdezernentin Ina Hartwig kam erst in Kopenhagen dazu. Sie traf auf „begeisterte Kulturausschussmitglieder“, sagt sie.

Frau Hartwig, welche Eindrücke haben die Bühnen auf Sie gemacht?
Was mich beeindruckt hat war das Schauspielhaus in Kopenhagen aus dem Jahr 2008, das wir zweimal gesehen haben, einmal bei Regen und einmal bei hellem Licht. Ein Architekt des Büros Lundgaard & Tranberg hat uns ausführlich informiert, und wir haben eine Führung durchs Haus bekommen.

Hat es Ihnen gefallen?
Wie in Frankfurt hat das Schauspielhaus in Kopenhagen eine große, lange Glasfront, die nach außen zeigt – allerdings auf einen Pier und den Hafen. Das alte Hafengelände wurde für eine kulturelle Nutzung transformiert. Absolut beeindruckend!

Was sagen Sie zur Architektur?
Die hat mir ausgezeichnet gefallen. Es handelt sich beim Schauspielhaus um einen Kasten mit Oberbau und einer Glasfront zum Wasser hin. Alles ist in einer gleichen architektonischen Sprache gestaltet, es gibt ein Spiel von Außen und Innen. Durch das viele Tageslicht, das ins Gebäude fällt, fühlen sich auch die Mitarbeiter wohl.

Was lässt sich auf Frankfurt übertragen?
Die Menschen können auch tagsüber in das Gebäude gehen. Das ist eine Idee, die wir für Frankfurt auf jeden Fall mitnehmen wollen. Denn Bühnenbauten sollten heute offener sein.

Was stellen Sie sich konkret vor?
Die Idee der Durchlässigkeit, hinein- und hinausschauen zu können, ist großartig. In Kopenhagen ist das Foyer tagsüber zugänglich, es gibt ein Café, aber man kann sich auch einfach so aufhalten. Wir haben eine Tanzgruppe gesehen, die draußen auf dem Pier getanzt hat – das Gelände eröffnet ganz neue Ausdrucksmöglichkeiten. Das wollen wir als Inspiration für Frankfurt nutzen.

Sie meinen das unabhängig von der Frage nach der Sanierung am Willy-Brandt-Platz oder dem Neubau?
Ich habe mich immer zum Willy-Brandt-Platz als Standort für die Städtischen Bühnen bekannt. Er ist großartig gelegen, mitten in der Stadt, mit dem Rücken zum Fluss, mit dem Gesicht zum Platz hin. Der Ort wird vom Publikum angenommen, ich möchte ihn auf keinen Fall infrage stellen.

Sollte der Willy-Brandt-Platz bleiben, wie er ist?
Der Willy-Brandt-Platz sollte als Standort neu erschlossen werden sich in der Stadtlandschaft neu verorten. Die Stadt hat sich seit 1963 sehr verändert. Sie ist voller geworden, die Menschen bewegen sich mehr in der Stadt und wollen sie auf eine andere Art nutzen. Dem muss man Rechnung tragen.

Wie weit ist das Kulturdezernat mit der Bildung der Arbeitsgruppe, die auf Grundlage der Machbarkeitsstudie die Zukunft der Städtischen Bühnen erarbeiten soll?
Ich bin dabei, die Projektgruppe zusammenzustellen. Wir wollen zunächst die Klärung einer technischen Frage erreichen, die in der Machbarkeitsstudie nicht geklärt wurde, nämlich: Ist eine Sanierung im Bestandsschutz möglich? Die Machbarkeitsstudie ist von zwei ganz großen Lösungen ausgegangen…

…die in der Summe jeweils rund 900 Millionen Euro kosten würden…
…die Totalsanierung mit dem Neubau oder dem kompletten Neubau. Wir wollen nun zunächst herausfinden, ob die Haustechnik unter Bestandsschutz austauschbar ist oder nicht. Das ist eine Frage, die gründlich von Experten bearbeitet werden muss.

Welchen Zeithorizont haben Sie sich gesetzt?
Wir wissen ehrlich gesagt nicht, wann wir die Antwort haben, es ist aber ganz wichtig, dass wir sie bekommen.

Nach Informationen der Frankfurter Rundschau soll Michael Guntersdorf, der derzeitige Geschäftsführer der Dom-Römer-GmbH, die Projektgruppe leiten, ist das korrekt?
Ich bin dabei, die Gruppe zusammenzustellen, und kann mich zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht zu Personalentscheidungen äußern.

Ein Dementi klingt anders.
Wir gesagt, zu den Personalien in der Projektgruppe kann ich mich derzeit nicht äußern.

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