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Städtische Bühnen in Frankfurt Stiftung will in Frankfurt neue Oper bauen

1. UpdateElf einflussreiche Frankfurter Bürger bieten der Stadt an, den Bau eines neuen Opernhauses voranzutreiben. Oper und Schauspiel ständen dann an unterschiedlichen Orten.

Stadtentwicklung in Frankfurt
Das Gebäude der Städtischen Bühnen in der Frankfurter Innenstadt beherbergt Oper und Schauspiel. Foto: Alexander Heinl (dpa)

Das Angebot einer privaten Bürgerstiftung, in Frankfurt ein neues Opernhaus zu errichten, wird in der Kommunalpolitik mit Zurückhaltung aufgenommen. Zwölf Repräsentanten der Stadtgesellschaft, an ihrer Spitze der frühere Planungsdezernent und heutige Projektentwickler Martin Wentz (SPD), offerieren der Kommune den Bau eines „öffentlichen Hauses“, das neben einer Oper auch einen „attraktiven Treffpunkt“ umfassen soll.

Dieses Gebäude will die gemeinnützige Stiftung der Stadt im Rahmen eines Erbbauvertrages verpachten. Erste Entwürfe hat Wentz, wie er der FR sagt, im zurückliegenden Jahr mit seinem Team erarbeitet. Der Projektentwickler schließt einen internationalen Architektenwettbewerb aus und will nur seinen Entwurf verwirklichen. Ein Wettbewerb, so Wentz, werde das Projekt nur verteuern.

Als Kostenrahmen für die neue Oper mit einer Bruttogeschossfläche von 40 000 Quadratmetern nennt der frühere Politiker lediglich 300 Millionen Euro. Der Bau eines neuen Schauspielhauses soll dagegen Sache der Stadt bleiben. Standort des Schauspiels müsse der Willy-Brandt-Platz sein. Für die Oper sucht die Bürgerstiftung hingegen nach einem Ort, „der das Potenzial hat, die zunehmende Attraktivität und Lebendigkeit unserer Stadt weiter zu steigern“. Wentz beteuert: „Das ist keine Initiative der Immobilienwirtschaft.“ Allerdings gehören neben ihm der Multimillionär und Immobilienunternehmer Claus Wisser und der Projektentwickler Heinz-Günter Lang zu den Gründern der Bürgerstiftung. Wentz versichert, es gehe nicht darum, das lukrative Bühnen-Grundstück am Willy-Brandt-Platz in die Hand zu bekommen.

„Ich halte von dieser Initiative wenig“, sagt der kulturpolitische Sprecher der CDU, Thomas Dürbeck. Es gehe den Initiatoren darum, „sich ein Grundstück unter den Nagel zu reißen“. Dürbeck warnt die Stadt davor, sich von privaten Bauherren abhängig zu machen.

Der kulturpolitische Sprecher der Grünen, Sebastian Popp, begrüßt das „bürgerschaftliche Engagement“ der Stiftung. Er nennt es allerdings „nicht einleuchtend, dass die Stadt den Neubau der Oper aus der Hand gibt“.

Unternehmer Wisser erklärt, Wentz sei „ein größerer Garant“ für den Neubau einer Oper als die Stadt. Der Sozialdemokrat stellt klar: „Ich bin nicht der Haupt-Finanzier der neuen Oper.“ Es gehe darum, „Geld von anderen Stiftungen“ einzuwerben.

Wentz hat das Projekt bereits OB Peter Feldmann, Bürgermeister Uwe Becker, Planungsdezernent Mike Josef und Kulturdezernentin Ina Hartwig vorgestellt. „Die Reaktionen waren grundsätzlich positiv.“ Aus dem Römer war bis Redaktionsschluss keine Stellungnahme zu bekommen.

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