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Städtische Bühnen in Frankfurt „Es ist eine Schockstarre eingetreten“

Grünen-Sprecher Sebastian Popp fordert im FR-Interview jetzt einen Beschluss zu den Städtischen Bühnen in Frankfurt. Auch eine Sanierung solle geprüft werden.

Sebastian Popp
Der 53-jährige Filmproduzent Sebastian Popp lebt seit den späten 60er Jahren in Frankfurt am Main. Foto: Bündnis 90/Die Grünen

Der 53-jährige Filmproduzent Sebastian Popp lebt seit den späten 60er Jahren in Frankfurt am Main. Er ist kulturpolitischer Sprecher der Grünen im Römer und Beisitzer im Landesvorstand der Grünen Hessen. Er studierte Soziologie in Frankfurt.

Herr Popp, im Juni stellte die Stadt die Machbarkeitsstudie zur Zukunft der Städtischen Bühnen vor. Die Gutachter bezifferten die Kosten für den Neubau oder die Sanierung der Theater-Doppelanlage auf knapp 900 Millionen Euro. Seither warten die Menschen gespannt auf eine Richtungsentscheidung der Politik.
Die Machbarkeitsstudie war eine super Analyse. Aufgrund der hohen Zahlen ist dann eine Schockstarre eingetreten.

Deshalb hört man nichts von der Politik?
Der Magistrat muss sich jetzt zu einer Bewertung durchringen. Es muss ein Raumprogramm für die Bühnen definiert werden.

Seit einem halben Jahr tagt eine Arbeitsgruppe von Spezialisten der Bühnen, des Kulturdezernats, des Baudezernats und des Revisionsamtes. Jetzt wollen sie ein Ergebnis vorlegen. Ist dann mit einer Richtungsentscheidung der Römer-Koalition zu rechnen?
Ich weiß nicht, welche Aufträge diese Arbeitsgruppe von den Dezernenten bekommen hat.

Darüber sind die Fraktionen von den Dezernenten nicht informiert worden?
Nein. Es wurde nur grundsätzlich gesagt, es werde geprüft, welche Einsparungspotenziale es gibt. Und die Alternative Neubau versus Sanierung wird wohl ebenfalls untersucht.

Die Dezernenten haben das mit den Fraktionen nicht abgesprochen?
Nein, ich kenne die Arbeitsaufträge nicht.

Ich habe den Eindruck, dass die Parteien kein Interesse daran haben, vor der OB-Wahl am 25. Februar irgendetwas zu entscheiden.
Wir Grünen sind jederzeit in der Lage, für den Standort Willy-Brandt-Platz zu entscheiden. Wir sind auch absolut offen,  Alternativstandorte zu prüfen. Aber es werden keine anderen Standorte benannt. Es müssten jetzt auch dringend Strukturen für eine Projektsteuerung dieses riesigen Vorhabens gebildet werden.

Wie müssten diese Strukturen aussehen?
Es müssten Fachleute definiert werden, die diesen Prozess in den nächsten zehn Jahre steuern. Es müssen Profis sein …

… die von außen kommen?
Ja. Ich halte ein Projektmanagement von außen für nötig.

Der technische Direktor der Bühnen, Olaf Winter, hat im Interview mit der Frankfurter Rundschau gesagt, es sei nur Zufall, dass bisher keine Vorstellung ausgefallen ist, so marode sei der Zustand der Theater-Doppelanlage.
Es gibt einen großen Sanierungsstau. Das ist richtig. Das Dringendste ist das Dach, das absolut durchlässig ist.

Die Grünen sprechen sich für den Standort Willy-Brandt-Platz auch in Zukunft aus?
Ja.

Und sie votieren auch für einen Neubau?
Als die Machbarkeitsstudie kam, waren alle erst mal für einen Neubau. Aber heute gibt es aus Sicht der Grünen Diskussionsbedarf, ob nicht auch eine Sanierung möglich ist, wenn Teile des Raumprogramms an anderer Stelle darstellbar wären.

Was ist aus Sicht der Grünen eine realistische Summe für Neubau oder Sanierung?
Das ist eine Fangfrage. Die Machbarkeitsstudie geht ohne Risikoaufschläge von 600 Millionen Euro aus. Das halte ich für  eine realistische Summe, wenn man ähnliche Projekte heranzieht.

Wo kann gespart werden? Die Werkstätten müssen nicht unbedingt am Ort der Bühnen liegen und die Probebühnen auch nicht, oder?
Die Probebühnen liegen jetzt schon zum Teil in Rödelheim. Man muss einfach sehen, was finanziell leistbar ist.

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