Lade Inhalte...

Städtische Bühnen Frankfurt Stadt prüft Neubau der Bühnen im Osthafen

Oper und Schauspiel bald im Osten von Frankfurt? Ein kommunales Grundstück am Wasser könnte die Städtischen Bühnen künftig aufnehmen.

Areal im Osthafen
Blick auf das heute von Raab Karcher genutzte Areal im Osthafen: Hier könnten die Bühnen neu entstehen. Foto: Christoph Boeckheler

Die Diskussion um die Zukunft der Städtischen Bühnen wird neu entfacht. Eine Überlegung ist öffentlich geworden, die bisher hinter den Kulissen gehalten wurde: Verlagerung von Oper und Schauspiel in den Osten der Stadt. Im Ostend, direkt am Osthafen, liegt auf dem Grundstück Mayfarthstraße 14 eine große Baustoffhandlung der Firma Raab Karcher. Auf dieser Fläche der städtischen Managementgesellschaft für Hafen und Markt (HFM) könnte ein Neubau der Städtischen Bühnen entstehen. Die neue kommunale Stabsstelle Bühnen will diesen möglichen Standort untersuchen.

Der Pachtvertrag des privaten Unternehmens für das Areal läuft in wenigen Jahren aus. Das Grundstück böte all das, wovon insbesondere die Kulturpolitiker in Frankfurt träumen: die Chance für einen architektonisch spektakulären Neubau der Bühnen in der Nähe des Wassers.

Oper von Oslo als Vorbild 

Vor wenigen Wochen erst hatten die Mitglieder des Römer-Kulturausschusses die Oper in der norwegischen Hauptstadt Oslo und die Bühnen in Kopenhagen besichtigt. Beide liegen am Wasser. Die Oper am Hafen in Oslo wurde im April 2008 eröffnet, das Gebäude auf der Insel Holmen in der dänischen Hauptstadt im Januar 2005.

In Frankfurt am Main hat Thomas Dürbeck, der kulturpolitische Sprecher der CDU im Römer, jetzt die Überlegungen für einen Bühnen-Neubau am Wasser öffentlich gemacht. „Auf dem Grundstück am Osthafen ließen sich mit 100 000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche Oper und Schauspiel gemeinsam unterbringen“, sagt der Jurist im Gespräch mit der FR.

Gut durch ÖPNV erschlossen

Dürbeck wirbt eindringlich für den Standort. Er sei mit der U-Bahn-Station Ostbahnhof und der nahen Straßenbahn auf der Hanauer Landstraße gut durch den öffentlichen Nahverkehr erschlossen. In unmittelbarer Nähe liege mit der Europäischen Zentralbank (EZB) bereits ein wirtschaftliches und architektonisches Wahrzeichen der Stadt. Die Wohnbebauung des Ostends wachse immer näher an den Hafen heran.

Bei einer Verlagerung der Städtischen Bühnen in den Osten der Stadt könnten nach Dürbecks Vorstellung am Willy-Brandt-Platz kulturelle Institutionen verbleiben. Das Museum für Moderne Kunst (MMK) brauche mittelfristig neue Räume, der Mietvertrag für das MMK 2 im Hochhaus Taunus-Turm laufe in acht Jahren aus. 

Römer ist noch nicht eins 

Tatsächlich wird von den Fachleuten hinter den politischen Kulissen schon seit längerer Zeit über das Grundstück Mayfahrtstraße 14 für die Städtischen Bühnen diskutiert. Allerdings sind sich die Politiker innerhalb der Römer-Koalition von CDU, SPD und Grünen nicht über das weitere Vorgehen einig.

Die Sozialdemokraten mit Oberbürgermeister Peter Feldmann an der Spitze, aber auch die Grünen haben sich öffentlich bisher darauf festgelegt, dass die Städtischen Bühnen am Traditions-Standort Willy-Brandt-Platz bleiben müssten. Die CDU ist für andere Überlegungen offen. 

Sebastian Popp, der kulturpolitische Sprecher der Grünen, begrüßt dennoch den Vorstoß Dürbecks. „Es ist gut, dass überhaupt diskutiert wird“, sagt Popp. Viel zu wenig werde in Frankfurt darüber gesprochen, welche Anforderungen und Erwartungen an Bühnen im 21. Jahrhundert gerichtet werden müssten. „Diese Debatte muss intensiv geführt werden“, so der Grüne.

Popp macht deutlich: „Wir Grüne wollen, dass die Bühnen am Willy-Brandt-Platz bleiben.“ Dennoch müssten „auch Alternativen diskutiert werden“. Bei dem Grundstück am Osthafen äußert der Kulturpolitiker allerdings Zweifel, „ob die öffentliche Verkehrsanbindung gut genug ist.“ Am 1. Oktober nimmt die kommunale Stabsstelle Städtische Bühnen unter der Leitung des Architekten und Managers Michael Guntersdorf ihre Arbeit auf. Guntersdorf nennt im Gespräch mit der FR einen Umzug der Bühnen in den Osthafen „keine dumme Idee“. Die Stabsstelle werde das Grundstück an der Mayfarthstraße in nächster Zeit ebenso prüfen wie andere Alternativen. Wichtig sei auch, Flächen für Ausweichquartiere der Bühnen während einer Bau- oder Sanierungszeit zu finden.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen