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Städtische Bühnen Frankfurt Fragwürdige Opern-Initiative

Man kann der Stadt Frankfurt nicht einfach einen Opern-Entwurf vorsetzen. Die Stabsstelle Städtische Bühnen sollte jetzt ihre Untersuchung abschließen und ohne Druck eine Empfehlung abgeben.

Stadtentwicklung in Frankfurt
Das Gebäude der Städtischen Bühnen in der Frankfurter Innenstadt beherbergt Oper und Schauspiel. Foto: Alexander Heinl (dpa)

Frankfurt, die deutsche Hauptstadt der Stiftungen, demonstriert seit vielen Jahren starkes bürgerschaftliches Engagement. Viele der großen Kulturinstitutionen von Städel bis Museum für Moderne Kunst könnten ohne Mäzene überhaupt nicht arbeiten.

Es ist aller Ehren wert, dass sich nun zwölf namhafte Mitglieder der Stadtgesellschaft zu einer „Bürgerstiftung Neue Oper“ zusammenschließen und Geld mobilisieren wollen. Das ist auch eine Reaktion darauf, dass sich die Kommunalpolitiker mit einer Grundsatzentscheidung über die Zukunft der Städtischen Bühnen so lange Zeit lassen.

Doch der vom früheren Frankfurter Planungsdezernenten Martin Wentz (SPD) initiierte Vorstoß bleibt dennoch aus mehreren Gründen fragwürdig.

Da ist zum Ersten die Tatsache, dass die Bürgerstiftung das Schauspiel Frankfurt als zweiten wichtigen Teil der Städtischen Bühnen einfach ignoriert. Um das Schauspiel, sagen die vermögenden Bürger, soll sich gefälligst die Stadt kümmern. Damit wird die erfolgreiche Institution gleichsam zum Schmuddelkind degradiert.

Zum Zweiten müsste der erfahrene Projektentwickler Wentz eigentlich wissen, dass er der Stadt nicht einfach einen eigenen Entwurf für eine Oper vorsetzen kann mit dem Hinweis: friss oder stirb. In seiner Zeit als Planungsdezernent hatte sich Wentz sehr erfolgreich für internationale Architektenwettbewerbe bei allen wichtigen Bauvorhaben der Stadt eingesetzt.

Zum Dritten atmet die erste architektonische Skizze aus dem Hause Wentz den Charme einer Sparkassenzentrale. Für die internationale Bankenstadt Frankfurt könnte ein Wettstreit von Architekten aus aller Welt sicherlich noch bessere Ergebnisse bringen.

Zum Vierten schimmert beim Opernliebhaber Wentz auch stets der Projektentwickler durch, der ein bestimmtes Grundstück im Osthafen, das Raab-Karcher-Areal, ins Spiel bringen möchte.

Die Stabsstelle Städtische Bühnen sollte jetzt ihre Untersuchung abschließen und ohne Druck eine Empfehlung abgeben. Falls die Fachleute tatsächlich für einen Neubau votieren, sollte die Kommune so schnell wie möglich einen städtebaulichen Wettbewerb ausschreiben. Der könnte dann Vorschläge unterbreiten für neue Bühnen-Standorte auch jenseits des Willy-Brandt-Platzes.

An diesem Ort zumindest für eine Sparte sollte die Kommune schon wegen der langen Tradition festhalten. Die „Bürgerstiftung Neue Oper“ kann in diesem Prozess eine wichtige Rolle spielen.

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