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Städel-Museum Rubens - und wen er übertreffen wollte

Ab 8. Februar zeigt das Städel-Museum mit „Rubens. Kraft der Verwandlung“ die Mega-Ausstellung des Jahres.

Rubens
Bald hängen die Handwerker die Kunstwerke von Matisse und Bonnard ab – und jene von Rubens auf. Foto: Christoph Boeckheler

Rubens. Von ihm kennen die einen vielleicht die großen, mächtigen Aktdarstellungen, die anderen wohl seine Künstler-Werkstatt, die Europa mit Kunstwerken flutete. Dabei war der Barockmaler Peter-Paul Rubens (1577-1640) so viel mehr. „Er war der wirkungsmächtigste und erfindungsreichste Künstler des 17. Jahrhunderts“, sagt Jochen Sander.

Der Sammlungsleiter für Deutsche, Holländische und Flämische Malerei vor 1800 im Städel hat die Ausstellung „Rubens. Kraft der Verwandlung“ kuratiert, die ab dem 8. Februar im Museum zu sehen ist, mit 100 Arbeiten, davon 31 Gemälde und 23 Zeichnungen von Rubens.

Diese Ausstellung, die derzeit das Kunsthistorische Museum Wien zeigt, wird in Frankfurt mit Sicherheit zum Publikumsmagneten des Jahres werden.

„Die Idee kam zur Ausstellung kam mir vor einigen Jahren“, erzählt Sander. Statt die Wirkung von Rubens auf seine Zeitgenossen zu beleuchten, was viele Ausstellungen zuvor getan hätten, wollte Sander „erstmals“ die Kunstwerke zeigen, die Rubens inspiriert haben, „und zwar quer durch alle Medien, von der Antike bis zu Rubens Zeitgenossen“, sagt er.

Dabei sei es Rubens – nach der damaligen Kunsttheorie – um „Aemulatio“ gegangen, die Kunst des Überbietens. „Die Zeitgenossen sollten erkennen, auf welchen Künstler sich Rubens bezog, und wie er ihn übertreffen wollte“, sagt Sander.

Schlüsselwerke von Tizian und Tintoretto, antike Skulpturen, Zeichnungen, Druckgrafiken, Gemälde stehen in der Ausstellung den Bildern und Zeichnungen von Rubens gegenüber.

Leihgaben aus aller Welt

Um diese Überblicksschau zu verwirklichen, habe er einen „strategischen Partner“ gesucht, sagt Sander, das Kunsthistorische Museum Wien, das selbst über eine einzigartige Sammlung von Rubens-Kunstwerken verfügt. Von denen reisen allein fünf nach Frankfurt. Dazu kommen die Leihgaben aus den großen Sammlungen der ganzen Welt.

Auch Rubens-Werke aus dem Städel-Museum sind in die Ausstellung eingebunden, darunter Zeichnungen aus der Graphischen Sammlung sowie die frühe Ölskizze „Die Mystische Vermählung der heiligen Katharina“. Dass das Städel kein einziges Gemälde von Rubens besitzt, bezeichnet Sander als „empfindliche Lücke“ in der Sammlung. Ein solcher Ankauf wäre auch teuer. Die Meisterwerke des Künstlers werden auf dem Markt zu Spitzenpreisen gehandelt. So war „Der bethlehemitische Kindermord“, der 2002 für 78 Millionen Dollar verkauft wurde, lange das teuerste Kunstwerk der Welt - bis die Vereinigte Arabische Emirate den „Salvator Mundi“ von Leonardo da Vinci für den Louvre Abu Dhabi erwarb – für astronomische 450 Millionen Dollar.

Ein Schatz aus der Städel-Sammlung wird Rubens „Gefesseltem Prometheus“ in der Ausstellung gegenüber hängen, die „Blendung Simsons“, mit der Rembrandt „unverkennbar“ auf Rubens reagierte habe, sagt Sander. Man vergleiche nur die Pose der Abgebildeten und die Darstellung der Brutalität - Simon bekommt ein Messer ins Auge gerammt; der Adler frisst an Prometheus’ Brust.

Bis zum 21. Januar hängen die Kunstwerke in Wien, dann reisen sie mit mehreren Transportern nach Frankfurt, und ziehen in die Räume des Nebengebäudes ein, in denen derzeit noch die „Matisse-Bonnard“-Ausstellung zu sehen ist.
Für sie wird eine eigene, aufwendige Ausstellungsarchitektur umgesetzt, die thematische Schwerpunkte schafft und Blickachsen ermöglicht. Auch die Wandfarbe steht schon fest. „Die verrate ich aber noch nicht.“

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