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Stadtwald Frankfurt Millionen-Projekt am Oberforsthaus geplatzt

Der Investor für ein Vier-Sterne-Hotel auf dem Gelände des Oberforsthauses am Rande des Stadtwaldes in Frankfurt springt ab, weil sich das Vorhaben nicht rechnet. Die Stadt hofft auf einen neuen Bauherrn.

Oberforsthaus
Handlungsbedarf: die alten, langsam verfallenden Gebäude. Foto: Alex Kraus

Es ist das Ende eines Traums. Die Stadt hatte gehofft, nach Jahrzehnten endlich das brachliegende und verfallende frühere Oberforsthaus am Rande des Stadtwaldes retten zu können. Sie wollte das Gelände auf 66 Jahre an den Projektentwickler OFB verpachten. Ein großes Vier-Sterne-Hotel sollte entstehen. Das denkmalgeschützte Stallungsgebäude aus dem Jahr 1792 wäre saniert worden. Doch das Millionen-Projekt hat sich zerschlagen. Die OFB will das Vorhaben nicht weiterverfolgen und hat der Stadt mitgeteilt, sie habe sich „verrechnet“, so Liegenschaftsdezernent Jan Schneider (CDU).

Auch in der Frankfurter OFB-Zentrale an der Speicherstraße hieß es am Freitag, das Projekt rechne sich nicht. Stadtrat Schneider zog die Vorlage im Magistrat offiziell zurück. Die Stadt steht jetzt wieder am Anfang ihrer Bemühungen. Sie will nun, wie Schneider sagte, mit anderen Bietern, die sich für das Grundstück Mörfelder Landstraße 331 interessiert hatten, Verhandlungen beginnen.

Derweil verfallen die historischen Gebäudeteile weiter. Den Gasthof am Rande des Stadtwaldes hatte schon Johann Wolfgang von Goethe besucht. Bei den Bombenangriffen auf Frankfurt am Main im Jahre 1944 waren die Häuser schwer beschädigt worden.

Bis auf den inzwischen denkmalgeschützten Reitstall wurden die baulichen Überreste Anfang der 60er Jahre beseitigt. Das Areal liegt heute mitten in einem Landschaftsschutzgebiet. Die Gebäudeteile, die bis heute überdauert haben, sind einsturzgefährdet. Stadtrat Schneider sprach am Freitag gegenüber der FR von ständigen „Sicherungsmaßnahmen“ der Stadt.

Bruttogeschossfläche von 8730 Quadratmeter

Wer immer auch jetzt sich an der Rettung des Oberforsthauses versucht: Er kann auf eine Baugenehmigung der Stadt vom 16. April 2009 für ein großes Hotel zurückgreifen. Wie das städtische Planungsdezernat am Freitag bestätigte, umfasst sie auch eine Tiefgarage.

Insgesamt kann eine Bruttogeschossfläche von 8730 Quadratmeter entstehen. Als Bodenrichtwert wurden im Jahre 2016 rund 550 Euro pro Quadratmeter zugrundegelegt.

180 000 Euro an Erbbauzins sollte der Pächter im Jahr entrichten. Der potenzielle Bauherr aus dem Jahr 2009 hatte sich damals in einer Ausschreibung durchgesetzt. Doch die Gesellschaft dieses Investors musste Insolvenz anmelden. Die ehemalige Planerin dieses Bauherrn sollte jetzt auch für die OFB tätig werden.

Die städtischen Planer hatten darauf gehofft, am Rande des Stadtwalds in Sachsenhausen werde ein Anziehungspunkt nicht nur für Stadt und Region, sondern auch für Frankfurt-Besucher aus aller Welt entstehen.

So ist in dem Erbbaurechts-Vertrag des Liegenschaftsdezernates festgehalten, dass das entstehende Hotel einem Standard von vier Sternen entsprechen müsse.

Genau diese geforderte Ausstattung aber treibt natürlich auch die Investitionskosten in die Höhe. Das könnte der Grund dafür gewesen sein, warum der renommierte Projektentwickler OFB jetzt Abstand von dem Vorhaben genommen hat.

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