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Yok Yok in Frankfurt Der Ort to be für Biertrinker und Kunstfans

Der Kultkiosk Yok-Yok im Bahnhofsviertel in Frankfurt hat jetzt eine Dependance in der Innenstadt. Es gibt Ausstellungen, Weinabende, Lesungen, und na klar natürlich auch Kuchen und saure Apfelringe.

Nazim Alemdar
Nazim Alemdar in der Dependance des Kultkiosks Yok-Yoks in der Fahrgasse 21. Foto: Michael Schick

Yok-Yok, der Kultkiosk im Bahnhofsviertel, dort wo Hipster, Banker, Studis und Künstler aufeinandertreffen und im Sommer ihr Bierchen, weil es drinnen schon so voll ist, bis raus auf die Münchener Straße trinken, hat jetzt eine Dependance. Yok-Yok, der Kunstkiosk, in der Fahrgasse 21. Mitten in der Innenstadt und mit Galerien als Nachbarn. Auf der Tafel vor dem Laden ist mit Kreide geschrieben: „Tabak-Zigaretten, Bier, Wein, Wasser, Kunstwerke“.

Schon wenn man von draußen durch das große Schaufenster reinschaut, sieht man, wie Betreiber Nazim Alemdar die Zigarettenpackungen und Chips aus Pappkartons auspackt und in den Schrank hinter sich platziert. „Seit vier Wochen bin ich am Aufbauen.“ Es soll ein „Ort für alle“ sein, nicht nur für Museumsgänger: „Der Biertrinker guckt sich auch Bilder an und der Kunstliebhaber trinkt auch gern Bier.“

Alemdar ist selbst schon so etwas wie eine Frankfurter Legende. Schon vor 37 Jahren hatte der heute 60-Jährige seinen ersten Laden im Bahnhofsviertel eröffnet. „Da habe ich noch Bücher und CDs verkauft.“ Seit zehn Jahren gibt es das Yok-Yok in der Münchener Straße. „Yok-Yok aus dem Türkischen übersetzt heißt: ,Gibt’s nicht – gibt’s nicht.‘“ Der Kultkiosk wurde sogar schon in einer Ausstellung in der Schirn nachgebaut. Vielleicht wird das auch noch beim Yok-Yok in der Fahrgasse so weit kommen.

Im großen Regal sind 124 Biersorten aufgereiht, im Kühlschrank steht Kakao, ansonsten gibt es Kuchen, Snickers, Kaugummis und na klar: saure Apfelringe. Die Getränke gibt es nur in Flaschen. „Plastik und Dosen gehen gar nicht.“ An der Wand hängen Bilder von Künstlern wie Nina Hurnÿ Pimenta Lima, dem bekannten Frankfurter Max Weinberg oder dem türkischen Maler Ulas Bedük. „Türkische Künstler stellen hier nun aus und ich vermittelte, dass Frankfurter Künstler in Ankara ausstellen können.“ In Ankara aufgewachsen kam Alemdar vor 40 Jahren nach Deutschland. In der Türkei hatte er Turkologie studiert, eigentlich besuchte er in Osnabrück nur seinen Cousin, aber dann verliebte er sich und zog nach Frankfurt.

„Ich bin ständig am Denken“, sagt Alemdar, während er weiter einräumt. Irgendwann setzt er sich hin, trinkt Kaffee und blättert in seinem schwarzen Din-A3-großen Timer: „Ich bin Old School. Ich schreibe alle meine Termine hier rein.“ Und schon fürs nächste Jahr stehen da Ausstellungen, Lesungen oder Tea-Time-Sonntage. Auch Wein-und Käseabende sind geplant. Aber auch „Charity-Events, wo Künstler, ihre Werke zugunsten beispielsweise der Kinderkrebs-Hilfe spenden“.

Kunst hat Alemdar immer schon gemocht. „Auch im Yok-Yok in der Münchener Straße gibt es immer wieder Ausstellungen, aber der Ausstellungsraum ist dort hinter einer ‚Beck’s‘ Tür versteckt. Hier in der Fahrgasse sieht man die Kunst nun aber gleich“, sagt er. Der 60-Jährige will weiter seine Zeit zwischen den beiden Yok-Yoks aufteilen, außerdem engagiert er sich weiter ehrenamtlich. „Das gehört sich doch so.“ So ist Alemdar im Gewerbeverein Bahnhofsviertel oder auch im Präventionsrat aktiv.

„Wer den Laden betritt, gehört zur Familie“, sagt er. Wenn man also zufällig gerade vorbeiläuft, während Alemdar das Auto auslädt, muss man mitanpacken. „So ist das eben in der Familie“, sagt er und lacht.

Yok-Yok, Fahrgasse 21, Mo bis Sa 13 bis 22 Uhr; So 15 bis 22 Uhr. Alle Infos: facebook.com/yokyokf/

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