Lade Inhalte...

Wohnen in Frankfurt Unmut über Luxuswohntürme im Westend

Anwohner und Ortspolitiker im Frankfurter Westend kritisieren die Umbaupläne für das Hochhaus am Park. Entstehen sollen ein Hotel und 130 hochpreisige Eigentumswohnungen.

Westend
Das Hochhaus am Mitscherlich-Platz, Grüneburgweg 89 ? 95. Foto: Christoph Boeckheler

Imposant ragen die Doppeltürme des Hochhauses am Park im Grüneburgweg zwischen Gründerzeitvillen hervor. Drei Jahre standen die 27-geschossigen Glasbauten leer, seit einigen Monaten ist klar: In den Türmen sollen bis 2020 hochpreisige Eigentumswohnungen und ein Hotel entstehen. Nicht bei allen Anwohnern und Ortspolitikern kommen die Umbaupläne gut an.

„Die Gentrifizierung im Westend verschlimmert sich immer weiter“, findet der Politiker der Linken im zuständigen Ortsbeirat 2, Hans-Jürgen Hammelmann. Die Aktionsgemeinschaft Westend sowie die Linke im zuständigen Ortsbeirat zweifeln sogar an, dass die geplante Nutzung der Türme rechtens ist.

„Die Stadt hätte unserer Ansicht nach gar keine Baugenehmigung erteilen dürfen“, sagt Hammelmann. Im Bebauungsplan der Stadt für das Gebäude sei nämlich vermerkt, dass es zur gewerblichen Nutzung vorgesehen sei. Darüber hinaus gebe es einen Zusatz, der speziell die Doppeltürme betrifft. Darin heißt es, dass bei der Ermittlung der Geschossfläche die Flächen von Stellplätzen im ersten und zweiten Obergeschoss des Gebäudes unberücksichtigt bleiben sollten.

„Wir wundern uns nun stark, dass aus diesem Gebäude — dem laut Bebauungsplan eine Nutzung als Parkhaus vorgeschrieben wird — ein Wohnhaus und ein Hotel werden soll“, erklärt Hammelmann.

Dafür müsse die Stadt eigentlich den Bebauungsplan ändern. „Hätte sie das getan, hätte sie die Möglichkeit gehabt, sich für mehr sozialen Wohnraum in dem Gebäude einzusetzen“, sagt Hammelmann.

Stattdessen sollen die 130 Eigentumswohnungen im mit 96 Metern etwas größeren der beiden Türme nun zu den teuersten Wohnungen der Stadt zählen. Zwischen 6500 und 19 000 Euro pro Quadratmeter sollen sie kosten. Nur sechs geförderte Wohnungen sind vorgesehen. Der Betreiber des Hotelturms mit 150 Zimmern ist noch nicht bekannt.

„Für uns ist das alles ein Unding“, schimpft Hammelmann. „So geht die Vertreibung von mittleren Einkommensschichten im Westend weiter voran. Anwohner im unteren Einkommenssegment leben hier kaum noch“, beobachtet er.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Wohnen in Frankfurt

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum