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Westend Streit um Aufzug für U-Bahnstation Westend

Die Stadt stellt Pläne für einen barrierefreien Ausbau der U-Bahnstation Westend vor. Der Einbau eines Aufzugs ist nicht einfach - und teuer.

Rundgang zum Thema "Barrierefreies Westend", Frankfurt, Bild x von 7
Bereits 2011 sprachen sich Bürger bei einem Rundgang zum Thema ?Barrierefreies Westend? für einen Aufzug für die U-Bahnstation aus. Foto: Michael Schick (Michael Schick)

Es ist keine leichte Aufgabe, die Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) zu bewältigen hat. Um die U-Bahnstation Westend behindertengerecht zu gestalten, soll endlich ein Aufzug eingerichtet werden. „Die Möglichkeiten an diese Stelle einen Aufzug zu bauen sind beschränkt.“ Zwölf Varianten überlegten sich Planer der Stadt, der Frankfurter Verkehrsgesellschaft und externe Architekten. Vier stellten sie in der vergangenen Sitzung des Ortsbeirats 2 am Montagabend vor.

Darunter ist die auch die Version, die bereits Oesterlings Vorgänger, Stefan Majer (Grüne), den Ortspolitikern und Bürgern 2016 präsentierte: Ein vertikaler Aufzug vom Bahnsteig direkt an die Oberfläche. Der Nachteil dieser Variante ist – aus Sicht der Bürger – der Standort des Aufzugs. Er soll direkt vom Bahnsteig abgehen und kommt mitten auf der Bockenheimer Landstraße an die Oberfläche.

Baukosten von knapp 2,7 Millionen Euro

Die Planer wollen rund um den Aufzug eine Verkehrsinsel auf der Straße bauen. Dafür müssten sie die Fahrbahn verlagern und vier Bäume am Straßenrand fällen. „Wir bevorzugen diese Variante“, sagt Oesterling. Er habe zunächst auch gedacht, dass eine andere Variante schonender mit der Straßenbild umgehe. Im Vergleich zeige sich aber: Der Entwurf schneide am besten ab. Die Kosten lägen bei 2,67 Millionen und die Bauzeit betrage 20 Monate.

Eine Bürgerinitiative schlug bei der vergangenen Präsentation vor, einen Schrägaufzug vom Bahnsteig quer über die Bahngleise zu bauen. An die Oberfläche käme der Aufzug dann auf dem Bürgersteig der Bockenheimer Landstraße unmittelbar vor dem Supermarkt. „Der Vorschlag hat leider enorme Nachteile“, erklärt der Architekt der VGF, Udo Herkenroth. Durch die Schrägbauweise müsse man an der Oberleitung der U-Bahn entlang bauen. Dies bedeutet eine Bauzeit von 32 Monaten und einen Ausfall der Bahnstrecke für mindestens sechs Monate. „Wir müssen dann einspurig umleiten“, sagt Oesterling. „Auf dieser vielbefahrenen Strecke eine Katastrophe.“ Auch die Kosten der Variante lägen bei mehr als 6,7 Millionen Euro. Vier Bäume müssten ebenfalls fallen.

Zwei weitere Vorschläge des Dezernants sehen vor, zwei Aufzüge in der Station einzurichten. Vom Bahnsteig auf die B-Ebene gäbe es jeweils einen vertikalen Aufzug. Diese sollen anstelle der aktuellen Rolltreppe angebracht werden. Der zweite Aufzug soll in einer Version ebenfalls vertikal nach oben fahren – dafür müsste auch ein Baum gefällt werden. Die Version koste rund 2,6 Millionen Euro.

In der zweiten Version ist der zweite Aufzug ein Schrägaufzug. Dafür muss kein Baum gefällt werden. Sie kostet indes 3,3 Millionen Euro. „Man muss beachten, dass Schrägaufzüge anfälliger sind und öfter ausfallen“, sagt Heckenroth. Je mehr Aufzüge man nutzen müsse, desto größer sei die Gefahr, dass einer nicht funktioniere.

Entscheidung bis Ende 2017

Hans Georg Gabler, Seniorenbeauftragter des Stadtteils, spricht sich dagegen aus, die Rolltreppen zu entfernen: „Vor dem Aufzug werden sich Schlangen bilden, ältere Menschen kommen dann schlechter nach oben.“ Hannes Heiler, von „Selbst“, einem Verein für behinderte Menschen, fordert eine schnelle Entscheidung: „Es kann nicht sein, dass dauernd Bäume gegen Mensch ausgespielt werden.“

Der Ortsbeirat ist skeptisch gegenüber geplanten Baufällungen. „Die Aktionsgemeinschaft Westend hat beim Ausbau der Bockenheimer Landstraße dafür gekämpft die Bäume zu erhalten. Nun sollen sie doch weg“, sagt Hans-Jürgen Hammelmann (Linke). Sollte der erste Vorschlag nun doch umgesetzt werden, plädiert er dafür, anstatt die Fahrbahn zu verschieben, die dritte Fahrspur wegzunehmen.

Die Stadt möchte bis Ende des Jahres entscheiden, welche Variante sie umsetzen will.

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