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Westend Sicher zur Synagoge

Der Platz vor der Synagoge im Frankfurter Westend soll schön und zugleich sicher sein. Das Stadtplanungsamt legt neue Pläne vor. Danach sollen für die Neugestaltung keine Bäume fallen.

Westend
Schön und sicher soll der Synagogenzugang werden. Foto: Michael Schick

Eine lange Reihe aus Betonabweisern halbiert die Fahrbahn der Freiherr-vom-Stein-Straße vor dem Portal der Synagoge im Westend und hält Autofahrer auf Abstand. Sicherer soll es dadurch für die Mitglieder der Jüdischen Gemeinde sein, terroristische Attacken sollen damit verhindert werden.

Um diese Sicherheitsaspekte mit einer ansprechenden Gestaltung zu verbinden, wird bereits seit mehr als zehn Jahren geplant, den Platz vor der Synagoge umzugestalten. Am Montagabend hat Stefanie Käse, Projektverantwortliche im Stadtplanungsamt, im Ortsbeirat 2 für Bockenheim, Kuhwald und Westend die neuesten Pläne vorgestellt. Derzeit werde die Vorplanungsvorlage erarbeitet. Politisch werde über die Vorlage in etwa einem Jahr entschieden. Im Planungsdezernat nennt man einen Baubeginn Anfang 2021 wahrscheinlich.

Seit zehn Jahren wird bereits über die Gestaltung diskutiert. Zuletzt waren 2012 Pläne vorgestellt worden. Doch der letzte Planungsstand sah eine Art flaches Podest vor, das die Synagoge umgibt und sich vom Straßenraum abhebt. Das hätte dazu geführt, dass in der Altkönigstraße, also vor der Südseite der Synagoge, viele Bäume hätten gefällt werden müssen. Zudem war diskutiert worden, ob die Planung ausreichend barrierefrei sei. In der neuen Planung hat man eine ebenerdige Lösung erarbeitet.

Westend-Synagoge ein Kulturdenkmal

Ziel sei es, die Barrieren in der Freiherr-vom-Stein-Straße in den Straßenraum zu integrieren, sagte Stefanie Käse. Die abgetrennte Spur der Fahrbahn soll eine eigene Pflasterung erhalten, die eigentliche Barriere bilden so genannte Quaderbänke in Naturstein. Der sich so ergebende Vorplatz vor der Synagoge soll noch einmal mit kleinen Pflastersteinen eingefasst werden, die auch den Weg vor dem Haupteingang der Synagoge bilden werden. Dieses Kleinpflaster sei für barrierefreie Gestaltung geeignet, räumte Käse Bedenken von Bürgern in der Ortsbeiratssitzung aus. Weitere Bäume würden vor der Synagoge nicht gepflanzt. Zum einen erforderten die Sicherheitsanforderungen freien Blick auf den Vorplatz, zudem sei das mehr als 100 Jahre alte Gebäude ein Einzelkulturdenkmal, dessen Präsentation im Stadtbild nicht verstellt werden soll.

Die Straßenführung in der Altkönigstraße wird indes beibehalten. So können die Bäume bleiben, die in der vergangenen Vorplanungsvariante hätten fallen müssen. Die Fahrbahn werde asphaltiert und der Fußgängerbereich gestalterisch klarer definiert. Das erst vor wenigen Jahren aufgestellte Wachhäuschen der Polizei bleibe bestehen.

Die Kosten für das Projekt konnte Käse nicht beziffern. Erst mit dem Beschluss der Vorplanungsvorlage Ende 2018 stehe auch ein Finanzierungsplan. Wahrscheinlich würden die Kosten der neuen ebenerdigen Planung die der vorherigen Podestvariante nicht übersteigen. Die alte Planung war vom Magistrat im Jahr 2012 auf etwa zwei Millionen Euro geschätzt worden.

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