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Verkehr in Frankfurt Neue Pläne für die Regionaltangente West

Der Entwurf für den Streckenabschnitt zwischen den Frankfurter Stadtteilen Höchst und Sossenheim ist überarbeitet worden. Zustimmung des Eisenbahn-Bundesamtes steht noch aus.

Regionaltangente
Der Ortsbeirat trifft sich mit Interessierten am Bahnhof in Sossenheim. (Archivbild) Foto: christoph boeckheler

Weniger Eingriffe in private Grundstücke, kürzere Wartezeiten an Bahnübergängen und mehr Parkplätze für Pendler: Die Planungsgesellschaft für die Regionaltangente West (RTW) hat den Entwurf für den Streckenabschnitt zwischen Höchst und Sossenheim überarbeitet. Die Kritik vieler Anwohner wurde berücksichtigt – jetzt muss nur noch das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) zustimmen.

Rund zwei Kilometer der RTW-Strecke, die Pendler aus dem Hochtaunuskreis direkt mit dem Flughafen verbinden soll, verlaufen durch Höchst und Sossenheim. Weil auf Höhe der Dunant-Siedlung die Gleise mitten durch Gärten führen sollten, regten sich Widerstand der Anwohner. Befürchtet wurde außerdem, dass sich an den Bahnübergängen lange Staus bilden. Vor rund 150 Anwohnern stellten Horst Amann, Geschäftsführer der Planungsgesellschaft, und Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) am Montag im Saalbau Höchst die neuen Pläne vor.

„Es ist besser, die Bedenken im Vorhinein einfließen zu lassen“, sagte Oesterling. Tatsächlich wurden viele Einwände berücksichtigt. Die Gleise in der Dunant-Siedlung sowie auf Höhe des Höchster Stadtparkes wurden so verschoben, dass weniger Privatgrundstücke betroffen sind. Um Staus zu vermeiden, will man die Schließzeiten der Schranken verkürzen. Außerdem erwägt man, am Bahnhof Sossenheim Parkplätze zu bauen, um Platz für die Pendler zu schaffen.

Ob die Pläne wirklich umgesetzt werden, ist allerdings unklar: Ein Großteil der neuen Ideen ließe sich erst umsetzen, wenn die Trassen nach der Straßenbahn-Betriebsordnung (BOStrab) gebaut werden – und nicht wie bisher vorgesehen nach der Eisenbahn-Betriebsordnung.

Gleise, die nach den Regeln der BOStrab verlegt werden, liegen dichter beieinander. Dadurch wäre es möglich, die Kurven enger zu ziehen und die Grundstücke eleganter zu umfahren, erklärte Amann. Weil Straßenbahnen einen kürzeren Bremsweg als beispielsweise Güterzüge haben, müssen die Schranken an Bahnübergängen nicht so lange schließen, wenn ein Zug durchfährt.

Doch die Sache hat einen Haken: Wird nach der BOStrab gebaut, dürften Züge der Deutschen Bahn die Strecke nicht mehr nutzen. Deshalb muss das für die Schieneninfrastruktur zuständige EBA noch zustimmen. Wie der Verhandlungsstand ist, wollte Amann nicht sagen. Nur so viel: „Wir sind zuversichtlich, dass wir die Erlaubnis bekommen.“ Das EBA ließ eine FR-Anfrage bis Redaktionsschluss unbeantwortet.

„Wirklich konkret wurde es selten“, kritisierte Holger Schwab, Sprecher der „Bürgerinitiative Anwohnerfreundliche RTW“ nach der Veranstaltung. „Dass ein Großteil der Grundstücke erhalten werden soll, geht aber in die richtige Richtung.“ Überflüssig sei der Bahnsteig in der Dunant-Siedlung, der 600 Meter vom Bahnhof Sossenheim entfernt gebaut werden soll. „Den wird niemand nutzen“, so Schwab. Das Planen von großen Bauprojekten sei ein „Geben und Nehmen“, sagte Amann. „Jeder muss Kompromisse machen. Ich gehe nicht davon aus, dass wir alle Kritiker zufriedenstellen.“

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