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Verkehr in Frankfurt Blumenkübel statt Poller

Ein Runder Tisch bringt Ideen zur Verkehrsberuhigung im Frankfurter Stadtteil Höchst. Der Streit in der Storchgasse ist aber noch nicht beigelegt.

Verkehr in Höchst
Der Storchgassen-Poller erhitzt weiterhin die Gemüter. Foto: peter-juelich.com

„Der Poller muss weg“, findet Erol Bekan. „Er hat den Verkehr nur verschlimmert.“ Seit einigen Wochen streitet er, gemeinsam mit anderen Geschäftsinhabern und Anwohnern der Innenstadt, gegen den Poller in der Storchgasse. Das Problem: Der Ortsbeirat will den nach wie vor bestehenden Beschluss zur Entfernung erst umsetzen, wenn eine Lösung gefunden ist, mit der „der größte Teil“ der Betroffenen leben könne, sagt Ortsvorsteherin Susanne Serke (CDU). Befürworter hat die rot-weiße Metallstange vor der Hausnummer 15 ebenfalls.

Am Mittwochabend folgten mehr als 50 Betroffene und Diskutierfreudige der Einladung der Ortsvorsteherin, an einem Runden Tisch im Neuen Theater „Ideen und Vorschläge“ für ein Verkehrskonzept für die Höchster Altstadt zu sammeln. In drei Arbeitsgruppen konzipierten die Teilnehmenden in mal konstruktiver, mal hitziger Atmosphäre kurz-, mittel-, und langfristige Lösungsvorschläge.

In der „Pollergruppe“, die nach schnellen Strategien für das akute Problem suchte, blieben die Fronten hart, die Diskussion emotional. Auf „Der Poller muss weg!“-Rufe folgten „Sie müssten mal dort wohnen!“-Entgegnungen. Stadtverordneter Lino Leudesdorff argumentierte, dass die „Gefährdung von Anwohnern“ schwerer wiege als die strapazierte „Geduld der Autofahrer“. Darüber empörte sich ein Bewohner der Bolongarostraße. Die Sperrung der Storchgasse bediene „Partikularinteressen“.

So weit, so verzwickt. An Alternativvorschlägen mangelt es aber auch nicht. Die Autofahrer mit Blumenkübeln zum langsamen Zick-Zack-Fahren zwingen? Bodenschwellen einrichten? In der Königsteiner Straße die Fußgängerzone aufheben?

Die vielen Ideen zeigen, das eigentliche Problem ist nicht der Poller – andere Dinge bereiten Sorgen: Der Durchgangsverkehr staut sich, wenn nicht, dann halten sich Autos, Busse und LKW nicht ans Tempolimit und es gebe nicht genügend Parkmöglichkeiten für Anwohner.

Genau da wird es kompliziert, geben Mitglieder des Ortsbeirats zu bedenken. Gegen beinahe jeden Vorschlag scheint es Einwände zu geben: So argumentiert Stadtverordnete Petra Scharf: „Wir werden es auch mit Anwohnerparkplätzen nicht schaffen, das Verkehrsaufkommen einzudämmen.“

Da sind die Bedenken gegenüber den langfristigen Lösungsvorschlägen doch deutlich weniger. „Die Leute können doch auch S-Bahn fahren“, findet beispielsweise Michaela Mundt. Ein Ringbussystem könnte die Anzahl der Linienbusse reduzieren, ein Parkleitsystem den Durchgangsverkehr verringern, schlägt Alf Steinebach vor.

Den Streit um den Höchster Poller konnte der Runde Tisch nicht aus der Welt schaffen. Dafür gibt es jetzt eine Menge neue Ideen. Bis zur nächsten Sitzung des Ortsbeirats am siebten August werde es „sicher einige Anträge geben“, sagt Serke.

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