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Vereine in Frankfurt Verein in Frankfurt streitet um Zugehörigkeit

Streit in Frankfurt: Der Griesheimer Fußballverein will lieber zum Gallus gehören. Der Ortsbeirat 6 lehnt die Forderung ab, die Ortsbezirksgrenzen zu ändern.

Streit in Frankfurt
In welche Zuständigkeit soll der Platz gehören? Foto: Renate Hoyer

Erst, wenn am Abend die Flutlichtanlage in die Dunkelheit strahlt, ist auch von Weitem zu erkennen, wo der Ball rollt. Inmitten von Kleingärten liegt der Fußballplatz der Sportfreunde 04, besser bekannt als die „Speuzer“. Von der Mainzer Landstraße oder von der Mönchhofstraße, die quasi an das Vereinsgelände angrenzen, ist die Sportanlage bei Tageslicht nicht zu sehen, weil die Parzellen des Kleingärtnervereins Gutleut den Kunstrasenplatz umschließen. Im Westen führt die Autobahn 5 über Griesheim hinweg und trennt die Kleingarten-Anlage und den Sportplatz von dem Quartier, zu dem die Fläche eigentlich gehört.

Diese Begebenheit sorgte am Dienstagabend für Ärger in der Sitzung des Ortsbeirates 6 im Höchster Gemeindesaal der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde. Denn die Speuzer fühlen sich mehr dem Stadtteil Gallus und damit dem Ortsbeirat 1 zugehörig, als Griesheim, das zu Frankfurts größtem Ortsbeirat Nummer 6 zählt. „80 Prozent unserer Spieler und Sponsoren kommen aus dem Gallus“, sagte Uwe Korndörfer, Sprecher der Sportfreunde 04. Nur wenige Aktive der Speuzer seien aus Griesheim oder Nied.

„Es gibt persönliche Verbindungen zum Ortsbeirat 1 und unsere Probleme tangieren eher das Gallus“, ist Korndörfer überzeugt. Sein Verein, der aktuell etwa 500 Mitglieder habe, warte seit längerem auf ein neues Funktionsgebäude und er verspreche sich schnellere Hilfe vom Ortsbeirat 1. „Wir wollen dahin gehören, wo wir uns zugehörig fühlen“, sagte der Sprecher der Sportfreunde. Für sein Anliegen hatte er sich Verstärkung von Oliver Strank, Vorsteher des Ortsbeirats  1, mitgebracht. Der Sozialdemokrat verwies darauf, dass „Grenzen etwas Künstliches“ seien, die man ändern könne.

Die Mitglieder des Sechser-Ortsbeirates reagierten mit einiger Irritation auf die Forderung, das Sportgelände der Speuzer an den Ortsbeirat 1 zu übertragen. Die Vorsteherin im Sechser, Susanne Serke (CDU), zeigte sich überrascht von dem Vorschlag. Sie sagte, sie hätte sich gewünscht, dass Strank schon vorher auf sie zugekommen wäre, um über das Anliegen zu sprechen. Markus Peter Wagner (CDU) verwies auf die gesamte Fläche mitsamt der Kleingartenanlage. Er sagte: „Die Ortsbezirke sind seit Jahrhunderten festgelegt, da kann man nicht einfach einen Teil rausschneiden.“

Auch aus der SPD kamen kritische Stimmen. Doris Michel-Himstedt äußerte zwar einerseits Verständnis für das Problem der Sportler, betonte aber, dass sich der Verein beim Ortsbeirat 6 gut aufgehoben fühlen könne. Das bekräftigte auch Thomas Schlimme (Grüne): „Mit Ihren Problemen können Sie gerne zu uns kommen“, sagte er.

Auf der Internetseite der Sportfreunde 04 heißt es: „Gefühlt und geographisch gehören die Speuzer seit eh und je zum Bezirk Gallus.“ Der Ortsbeirat 6 sprach sich am Dienstag dennoch einstimmig gegen diesen Wunsch aus. Kommenden Montag wird der Rechts- und Sicherheitsausschuss der Stadtverordnetenversammlung abschließend über das Anliegen entscheiden.

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