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TAB Sounds Mit drei Purzelbäumen ins Bett

Der nächste kostenlose Konzertabend in der Taunusstraße kommt. Die Initiatoren des TAB-Projekts wollen so ein anderes Publikum in die Straße ziehen. Headliner ist der Rockstar Daniel Wirtz, der im Bahnhofsviertel lebt.

TAB-Projekt
Der Frankfurter Rockmusiker sprayt hier nur zur Probe auf der Elbestraße beim Pressetermin. Foto: Peter Jülich Foto: Peter Jülich

Gerade noch hat Daniel Wirtz beim Wacken Open-Air vor 70.000 Menschen gerockt. „Und jetzt spiele ich auf der Taunusstraße vor der eigenen Haustür und bin mit drei Purzelbäumen im Bett“, sagt der erfolgreiche Frankfurter Rocksänger am Mittwoch bei der Pressekonferenz in der Bar Le Vingtneuf in der Elbestraße und lacht. Der 42-Jährige engagiert sich seit Jahren fürs Bahnhofsviertel, seinen Wohnort.

Sein vierjähriger Sohn darf sich am 18. August die ersten Lieder anhören, bevor er mit Mama nach Hause laufen und schlafen gehen muss. Zwei Tage nach der Bahnhofsviertelnacht gibt es dann zum dritten Mal „TAB Sounds“. Um 18 Uhr geht es auf der Bühne Ecke Moselstraße los. Und es ist kostenlos. Neben Headliner Wirtz spielen die Band Gastone, die Bahnhofsviertel-Classics und die Pop-Poetin Fee. „Alles Frankfurter Künstler“, erzählt James Ardinast, der im Bahnhofsviertel mit seinem Bruder David seit Jahren eine feste Gastro-Größe („Maxie Eisen, „Stanley Diamond“) ist.

Außerdem ist James Ardinast einer der beiden Projektleiter von TAB. Das Projekt steht für „Taunusstraße Arts und Bits“. Die Initiative besteht aus Kreativen und Unternehmern des Viertels und ist vor drei Jahren entstanden, um ein anderes Publikum in die Taunusstraße zu ziehen und Drogenhändler fernzuhalten. Indem es mit Lesungen, Kunstaktionen und Konzerten für Belebung sorgt.

„Wir glauben als Stadt ans Bahnhofsviertel. Die Leute sollen keine Angst haben, bestimmte Flächen zu betreten“, sagt Ordnungsdezernent Markus Frank (CDU), der das Projekt von Anfang an unterstützt hat. Die Umgestaltung der Taunusstraße sei ein großes Ziel der Stadt. Und das erreiche man eben nicht nur durch Polizeieinsätze, sondern auch durch den Einsatz „der Seele des Bahnhofsviertels“. In diesem Jahr sollen am Konzertabend große, bunte Lampions als Hommage an Willy Fleckhaus’ Reihenentwurf für die „Bibliothek Suhrkamp“ – weißer Schutzumschlag mit farbiger Bauchbinde – leuchten.

Passend bunt dazu wird es auch auf der Straße. „Die dürfen wir ganz legal ansprühen, das ist einzigartig in Deutschland. Normalerweise ist das verboten“, erzählt Florian Jöckel, Musikmanager und Präsident des Radsport-Clubs „Guilty 76“. Er macht auch die Pressearbeit für Radprofi John Degenkolb. Fürs Besprühen der Straße beim Radrennen in Oberursel sei Jöckel tatsächlich kurzzeitig „eingebuchtet“ worden.

Am 18. August muss er die Zelle nicht fürchten, wenn auf 200 Metern mit Sprühkreide ein buntes Streetpainting auf dem Abschnitt der Taunusstraße zwischen Elbe- und Moselstraße entstehen wird. Zehn Stunden lang werden zehn Mann im Einsatz sein, 300 Dosen brauchen sie. „Das Streetpainting bleibt bis zur Buchmesse“, sagt Jöckel, „danach verblasst es von alleine.“  

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