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Stadtentwicklung in Frankfurt Streit um Kulturcampus beigelegt

Die Stadt Frankfurt und das Land Hessen geben eine gemeinsame Machbarkeitsstudie in Auftrag, in der Möglichkeiten zur Zukunft des Uni-Campus in Bockenheim untersucht werden sollen.

Campus Bockenheim
Das Juridicum links soll weichen für die Hochschule. Foto: Christoph Boeckheler

Einigung in letzter Minute: die Stadt Frankfurt und das Land Hessen haben sich auf eine gemeinsame Machbarkeitsstudie zur Zukunft des alten Uni-Campus in Bockenheim verständigt. Der hessische Minister für Wissenschaft und Kunst, Boris Rhein (CDU), bestätigte die Einigung auf Anfrage der Frankfurter Rundschau. Sein Sprecher Christoph Schlein sagte, Land und Stadt hätten den Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen (LBIH) mit der Studie beauftragt. Sie solle „schnellstmöglich“ entstehen.

Es wird geklärt, ob und wie die vom Land geplante neue Hochschule für Musik und Darstellende Kunst und das von der Stadt gewollte Zentrum der Künste gemeinsam auf dem alten Universitätsgelände gebaut werden können. Die Studie wird auch Synergieeffekte wie einen gemeinsamen Campus beider Einrichtungen und gemeinsam zu nutzende Räume prüfen.

Der Vorsitzende des Vereins Kulturcampus, Rechtsanwalt Stefan Mumme, sprach gegenüber der FR von einer „großartigen Nachricht“. Mumme, der seit Jahren für die gemeinsame Entwicklung des Geländes kämpft, sagte: „Wir begrüßen das sehr.“ Jetzt endlich nehme der seit fast zehn Jahren diskutierte Kulturcampus in Frankfurt Gestalt an.

In dem Verein sind die Kultureinrichtungen mit internationaler Geltung zusammengeschlossen, die gemeinsam das Zentrum der Künste bilden sollen. Dazu zählen das Ensemble Modern, die Dresden Frankfurt Dance Company, die Hessische Theaterakademie, das Frankfurt Lab sowie die Junge Deutsche Philharmonie.

Minister Rhein hatte vor kurzem noch in Frankfurt vertrauliche Verhandlungen mit Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) und Planungsdezernent Mike Josef (SPD) geführt. Josef zeigte sich im Gespräch mit der FR erfreut, „dass wir jetzt eine gemeinsame Lösung gefunden haben.“ Die Stadt wolle „Synergien schaffen auf dem Gelände“. Allerdings gehöre zum Paket für den Kulturcampus auch eine Antwort der Landesregierung auf die Frage, was mit der alten Stadt- und Universitätsbibliothek an der Bockenheimer Warte geschehen solle.

Die Landesregierung hatte Anfang März dieses Jahres mehr als 100 Millionen Euro für einen Neubau der Stadt- und Universitätsbibliothek angekündigt. Dieses Geld soll aus dem Verkaufserlös für das Gelände des alten Polizeipräsidiums an der Friedrich-Ebert-Anlage abgezweigt werden. Das Land hatte allerdings offengelassen, was aus der alten Bibliothek in Bockenheim wird. Der Denkmalschutz für das Gebäude dort schränkt die Nutzungsmöglichkeiten des Grundstückes stark ein.

Auch Tim Schuster vom Verein „Offenes Haus der Kulturen“, der im alten Studierendenhaus beheimatet ist, begrüßte die vereinbarte gemeinsame Machbarkeitsstudie. „Grundsätzlich halten wir diese Einigung für sehr erfreulich“.

Allerdings dürfe jetzt nicht vergessen werden, auch die Bürgerinnen und Bürger an der weiteren Entwicklung des alten Universitätsgeländes in Bockenheim zu beteiligen. „Wir wollen uns als Verein dabei gerne einbringen“, sagte Schuster.

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