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Stadtbücherei Lust aufs Lesen wecken

Die Aktion Buchstapler lädt Kinder ein, neue Bücher zu bewerten. Zum Auftakt liest Bärbel Schäfer.

Bärbel Schäfer
Kinder mit Moderatorin Bärbel Schäfer beim Auftakt zur Leserförderaktion der Frankfurter Sparkasse und der Stadtbücherei. Foto: Christoph Boeckheler

Als die elfjährige Soraya am Montagmorgen vor das junge Publikum in der Stadtteilbücherei Gallus tritt, liegen ihre Mitschüler schon auf dem Boden. „Faul und entspannt“, so hatte TV- und Radiomoderatorin Bärbel Schäfer von Akteuren aus dem Buch „Der Drachenalarm auf dem Teller“ zitiert und daraufhin die erste Reihe ihrer rund 50 Zuhörer aufgefordert, sich genauso auf dem Teppich zu flätzen. Darum ließen sich diese nicht lange bitten.

Das Buch, aus dem Schäfer an diesem Morgen vorliest, gehört zu den 30 Neuerscheinungen, die Mitarbeiter der Stadtbücherei gemeinsam mit der Stiftung der Frankfurter Sparkasse für die nun gestartete Aktion „Buchstapler – Buch auf, Meinung ab!“ ausgewählt haben. Sie soll Kinder für das Lesen begeistern. Dazu werden neben Kinder- und Jugendromanen auch Sachbücher angeboten. Ein Rätselbuch ist diesmal ebenfalls dabei. Hinter Schäfer sind bei der Auftaktveranstaltung die Bücher auf einem Regalturm ausgestellt: „Gefährliche Tiere“, „Krawall im Kanal“ oder „Das Krümel-Projekt“ ist auf Buchdeckeln zu lesen.

Auch ganze Schulklassen

Schüler zwischen acht und zwölf Jahren können sie sich in den Stadtbüchereien sowie elf ausgewählten Schulbibliotheken ausleihen und dann bewerten. Als Preise gibt es Turnbeutel und Armbändchen. Daneben ist für die Teilnehmer nach Ende der bis zum 23. März laufenden Aktion ein Hörspiel-Workshop geplant. In einer „Hitlist“ werden die am besten bewerteten Bücher geführt.

Zum 23. Mal veranstalten die Sparkassen-Stiftung und die Stadtbücherei die Lese-Aktion. Im vergangenen Jahr hätten mehr als 3000 Frankfurter Kinder, darunter mehrere Schulklassen, mitgemacht, berichtet die Sprecherin der Stadtbücherei, Roswitha Kopp. Etwa 52 Prozent davon seien Mädchen gewesen. Wichtig sei es, die Kinder über Interaktivität für das Lesen zu begeistern, sagt die Leiterin der Bockenheimer Stadtteilbücherei, Nele Wächter, beispielsweise durch ein Quiz oder auch mit modernen Medien. So gebe es demnächst eine Aktion für Schüler, bei der sie mit einem Tablet-Computer Aufgaben erledigen müssten und so den Umgang mit den Geräten lernen sowie gleichzeitig ihre Lesekompetenz fördern.

Bärbel Schäfer sagt, gemeinsam mit ihren beiden Söhnen beim Vorlesen „auf Kopf- und Herzensreise zu gehen“, sei ein Schlüssel gewesen, um sie für Bücher zu begeistern. Auch der Austausch über das Gelesene sei wichtig. Weil nicht alle Kinder eine solche „Lese-Sozialisation“ durchliefen, sprächen die Verantwortlichen bei „Buchstapler“ auch ganze Schulklassen an, berichtet Kopp. Zwei davon, eine fünfte Klasse der benachbarten Paul-Hindemith-Gesamtschule sowie eine vierte der Ackermann-Grundschule sind zur Lesung mit Schäfer gekommen.

Soraya, die der Vorleserin assistiert, öffnet einen Briefumschlag, der die Botschaft eines Glückskekses aus der Lektüre enthält. „Dein Leben wird sich bald verändern“, liest die Schülerin vor, erntet dafür Applaus und dankt mit einem Knicks.

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