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Sossenheim Nicht voneinander zu trennen

Der Maler und Grafikdesigner Peter Kullmann hat im Stadtteil nicht nur seine künstlerische Heimat gefunden.

Peter Kullmann
Peter Kullmann will Sossenheim nicht verlassen. Foto: peter-juelich.com

Die Arbeitsräume von Peter Kullmann sind das Musterbild eines Kunstateliers: Zahlreiche Staffeleien mit fertigen und halbfertigen Gemälden stehen im Raum, auf den Tischen stapeln sich Skizzen und Kunstdrucke, während in der Ecke verschiedene Farbdosen und Pinsel in Bechern aufgereiht sind. Es ist ein typisches kreatives Chaos, das sich Besuchern bietet – nicht unordentlich, sondern charmant und gemütlich.

„Ich finde alles sofort“, erklärt der 68-jährige Künstler, am Rahmen der geöffneten Tür lehnend. Hier in Sossenheim hat sich der in Nied geborene Grafikdesigner, Maler und Experimentalkünstler nicht nur seine künstlerische Heimat geschaffen. „Ich bin 1989 hergezogen, weil ich hier ein Atelier gefunden hatte“, sagt Kullmann. „Inzwischen gehöre ich einfach zu Sossenheim, bin hier zu Hause und will nicht wieder weg.“

Der Stadtteil würde seinen Künstler wahrscheinlich auch nicht wieder hergeben, zu viel hat Kullmann in den vergangenen Jahren insbesondere für die zahlreichen Sossenheimer Vereine getan. „Wenn ein Verein nach Hilfe fragt, ist das für mich Ehrensache“, sagt Kullmann. „Jeder kann zu mir kommen und kriegt dann, was er braucht.“

So kümmert sich der Stadtteilkünstler nicht nur regelmäßig um das Bühnenbild für das Neujahrskonzert und die Plakate für den Karnevalsverein, sondern hat unter anderem auch das Logo für den Kultur- und Förderkreis entworfen. Sein aktuelles Projekt ist die Gestaltung eines Fastnacht-Wagens für die Kerbeburschen, der auf dem kommenden Hessentag für die 800-Jahr-Feier des Stadtteils im Sommer werben soll – auch das Logo des Jubiläums stammt aus der Feder von Kullmann.

„Es ist schön, dass in Sossenheim jeder noch jeden kennt und es daher einen großen Zusammenhalt gibt“, sagt der Stadtteilkünstler. Es gebe zudem regelmäßig zahlreiche kulturelle Veranstaltungen, die den Stadtteil von seiner kreativen und künstlerischen Seite zeigen würden.

Kullmann ist auch hier regelmäßig beteiligt und stellt unter anderem die Werke seiner Schüler aus. Zu seinen täglichen Kunstkursen kommen nicht nur Bürger aus Sossenheim, sondern Kunstinteressierte aus dem gesamten Umkreis. „Von der Hausfrau bis zum Richter am Oberlandesgericht ist alles dabei“, sagt Kullmann. Nur die Organisation des jährlichen Kunstforums zum Neujahrskonzert hat er kürzlich an René Förster abgegeben.

Kullmann selbst hatte nach seiner Ausbildung zum Schaufensterdekorateur ein Abendstudium zum Grafikdesigner gemacht und anschließend Malerei studiert. Seine Kunst konnte auch im Ausland Erfolge feiern, so dass der Künstler aus Sossenheim bereits im südafrikanischen Kapstadt seine Werke ausstellen konnte.

Im kommenden Jahr plant Kullmann die nächste eigene Ausstellung, bei der es um experimentelle Malerei gehen soll. So gestaltet er in seinem Atelier mithilfe von Flüssigkeiten Bilder aus Rost, die später mit Blattgold verziert werden. „Ich arbeite gerne mit Materialien, die sich abstoßen, wie hier der alte Rost und das edle Blattgold.“

Im Fall von ihm und Sossenheim scheint es sich aber genau gegenteilig zu verhalten, da der Stadtteil und sein Künstler offensichtlich gut zueinander passen und sich so leicht nicht voneinander trennen werden.

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