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Sossenheim Festumzug zum 800-jährigen Jubiläum

Mit Girlanden ist der Stadtteil geschmückt, in dem sich dieses Wochenende auch viele Weggezogenen treffen - um den Geburtstag Sossenheims zu feiern.

Festzug
Der Volkshaus Verein ist einer von rund 50 Gruppierungen, die beim Festumzug mitlaufen. Foto: Renate Hoyer

Versuchen wir kurz, uns einen Kuchen mit 800 Kerzen vorzustellen. Den hätte man Sossenheim am Wochenende überreichen müssen, wäre das machbar gewesen. „800 Jahre Sossenheim“ wird trotzdem gefeiert, mit Konzerten, Party, Kinderfest und dem Umzug am Sonntagmorgen. Dafür haben die Sossenheimer ihre Ortschaft ordentlich rausgeputzt: Girlanden und Luftballons schmücken jede Hauswand. „Die Girlanden gab’s in der Apotheke zu kaufen, das fand ich eine tolle Idee“, erzählt Gerti Eifler, die mit der Sportgemeinschaft Sossenheim im Umzug mitläuft.

Rund fünfzig Wagen bekommen unter Hitze von den Jubelnden am Straßenrand immer wieder ein aufmunterndes: „Haltet durch!“ zugerufen. Die Zahl an Vereinen in Sossenheim ist generell hoch – „Ich hab gedacht, es ist ja kaum noch wer in den Häusern zum Gucken“, sagt Eifler. Die Leiterin ihrer Sportabteilung „Bodyfit“, Petra Rink, spricht von einem Gemeinschaftsgefühl beim Umzug: „Das macht Spaß. Wir laufen mit, um ein bisschen bekannter zu werden, aber man fühlt auch, dass man dazugehört.“ Monika Klammt, Annemarie Strohecker und Ingrid Hiesler von der Chorgemeinde Sossenheim freuen sich besonders, dass auch andere Stadtteile mit dabei sind. „Das ist toll, dass Höchst, Nied und Co dabei sind, obwohl wir ja auch so schon ein reges Vereinsleben haben“, sagt Klammt.

Ein paar Meter weiter hinten röhrt der Motorradclub MF Sossenheim. „Ich bin hier großgeworden“, sagt Karlheinz „Kalli“ Gruba. „Ich verbinde den Ort mit vielen schönen Erlebnissen, und 800 Jahre sind das Feiern wert.“

Viele der Zuschauer sind ehemalige Sossenheimer, die es an diesem Sonntag zurückgezogen hat. So auch Brigitte und Hans-Joachim Metzner. „Ich war bei der 750-Jahr-Feier auch schon hier“, erzählt sie. „Da mussten wir heute einfach kommen.“ Sossenheim haben beide als geschlossene Gemeinschaft in Erinnerung: „Nicht dieser Großstadttrubel. Man kannte sich halt.“

Das ist nach wie vor so: Die Freiwillige Feuerwehr Unterliederbach, die in preußischen Uniformen zur Unterstützung dabei ist, begrüßt die Sossenheimer Kollegen mit einer Ladung Wasser aus der historischen Feuerspritze und dem Martinshorn. „So eine Festwoche ist wirklich wichtig für ein Dorf“, findet Wehrführer Thomas Schwind. „Und da sollten auch alle Vereine in der Umgebung mithelfen.“

Kindergärten in mittelalterlichen Kostümen, ein rollendes Zelt inmitten des „Zeltlagers St. Michael“ und der Künstler Bäppi la Belle in einem roten Auto mit Silberglitterbehang – zu sehen gibt es eine Menge. Für begeisterte Rufe vom Rand sorgt der Verein „Indian Valley“ mit seinen Westernkostümen. Und wenn der Sossenheimer Karnevalsverein vorbeimarschiert, darf man auch mal Helau rufen – wie das eine Horde Kinder so oder so die ganze Zeit getan hat.

Von ihrem Wagen herunter grüßt die neue Apfelweinkönigin Larissa die Erste. „Das ist eine sehr große Ehre für mich, ich bin ganz überwältigt von den vielen netten Menschen“, sagt sie. Zu den netten Menschen zählen auch die Frauen und Männer mit Gießkannen auf dem Kopf. „Die Kostüme sind selbst erfunden“, sagt Ramona Kummick vom Gartenverein „KGV am Brünnchen“. Ihrer Kollegin Katharina Bomgartz gefällt das Fest sehr gut, aber: „Schade, dass die Konzerte alle Eintritt gekostet haben. Es sind sicherlich viele deshalb nicht gekommen.“

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