Lade Inhalte...

Sossenheim Aktiv auf Nachwuchs zugehen

Bei der Sossenheimer Ausbildungsmesse nutzen viele regionale Betriebe die Chance sich vorzustellen. Denn viele Jugendliche kennen nur wenige Berufsbilder.

Handwerk
Am Stand der Dachdecker-Innung konnten die Jugendlichen selbst erste Erfahrungen mit dem Handwerk machen. Foto: Christoph Boeckheler

Für Peter Wildberger ist es in den vergangenen Jahren immer schwieriger geworden, geeignete Auszubildende für sein Metallbauunternehmen in Sossenheim zu finden: „Die Bereitschaft, ein Handwerk zu ergreifen, sinkt quer durch alle Branchen.“ Zudem mangele es bei vielen Bewerbern an den schulischen Voraussetzungen. Sich damit abfinden will der Unternehmer jedoch nicht. „Wenn der Nachwuchs weiter fehlt, stirbt das Handwerk irgendwann aus“, sagt Wildberger. „Maschinen werden uns nicht ersetzen können, daher finde ich es wichtig, aktiv etwas zu tun.“

Bei der Ausbildungsmesse im Volkshaus Sossenheim, die bereits zum sechsten Mal vom Jugendbüro Impuls, dem Jugendhaus Sossenheim, dem Zentrum für Weiterbildung und der Gesellschaft für Jugendbeschäftigung organisiert wurde, warb Wildberger mit seinem Unternehmen daher am Dienstag für sein Handwerk.

Jugendliche und junge Erwachsene hatten dabei die Gelegenheit, die Arbeit im Metallbau und andere Berufe aus der Region unmittelbar kennenzulernen und mit den Betrieben ins Gespräch zu kommen.

„Viele Jugendliche kennen nur wenige Berufsbilder“, sagt Michael Köhler vom Jugendbüro Impuls. „Es gibt aber viele tolle Berufe, denen wir hier auf der Messe die Möglichkeit geben wollen, sich zu präsentieren.“

Ein Konzept, dass bei Besuchern und Betrieben gleichermaßen ankommt: Während auf der ersten Ausbildungsmesse nur fünf Unternehmen vertreten waren, kamen am Dienstag insgesamt 34 Betriebe ins Volkshaus. Auch die Zahl der Besucher hat sich laut Köhler ständig erhöht, sodass nun jährlich rund 2000 junge Menschen, überwiegend aus dem Frankfurter Westen, das Angebot wahrnehmen.

„Jugendliche wollen in der Regel einen Beruf ergreifen, den sie bereits kennen“, erklärt Köhler. Daher sei das Interesse an Tätigkeiten im kaufmännischen Bereich in der Regel groß, während eher weniger bekannte Berufsbilder seltener in die Auswahl genommen würden. „Wir freuen uns daher besonders darüber, dass wir das Handwerk wieder nach vorne bringen können“, sagt Köhler.

Auch viele Unternehmen hätten inzwischen erkannt, dass man heutzutage andere Wege gehen müsse. So können die Besucher der Ausbildungsmesse am Stand von Peter Wildberger Metallstücke zu kleinen Kunstwerken biegen und hämmern und so erste Erfahrungen mit der Bearbeitung von Metall machen.

„Das Format der Messe finde ich super“, sagt der 22-jährige Nico Müller. Zwar habe er mit einer Tätigkeit im Marketing bereits ein anderes Ziel im Auge, doch für viele andere sei die Veranstaltung eine tolle Möglichkeit, neue Berufe kennenzulernen. Auch die Berufsschullehrerin Franziska Schehack lobt das vielfältige Angebot der Ausbildungsmesse, auch wenn sich nicht jeder ihrer Schüler dafür begeistern könne: „Es ist nicht für jeden etwas dabei, aber für viele schon.“

Für Metallbauer Wildberger hat sich der Tag im Volkshaus ebenfalls gelohnt. Er habe viele Anfragen von Interessenten für eine Ausbildung erhalten. „Man muss eben aktiv werden und sich um den Nachwuchs kümmern“, sagt Wildberger. „Von alleine weiß niemand, welche Möglichkeiten es in unserem Handwerk gibt.“

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen