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Slawia in Frankfurt Energie durch Tanz

Das Ensemble Slawia in Frankfurt widmet sich seit 50 Jahren südosteuropäischer Folklore. Tanzen sei ein bisschen heile Welt, etwas Friedliches, sagt Tanzpädagogin Dagmar von Garnier.

Tanzensemble Slawia
Alle möglichen Tanzspiele stehen auf dem Programm. Foto: hoyer

Als die Polka einsetzt, fassen sich alle an den Händen und laufen im Kreis. Sieben Kinder und ihre Eltern sind am Donnerstag in den Kurfürstenpark gekommen, um sich unter Anleitung der Tanzpädagogin Dagmar von Garnier zu Akkordeon-Musik rhythmisch zu bewegen.

Das steinerne Schachbrett am Boden neben dem Brunnen dient als Tanzfläche. Von Garnier, Gründerin des „Internationalen Folklore Ensembles Slawia“, das seit 50 Jahren besteht, macht vor, die anderen machen es nach. Die 77-Jährige stellt im Wechsel ein Bein vor das andere, wirft die Hände in die Luft und dreht sich um die eigene Achse.

Im Kreis, an den Händen gefasst, gehen die Teilnehmer zusammen und wieder auseinander. Die Kleinen machen mal mehr, mal weniger begeistert mit. Ein Junge mit Käppi auf dem Kopf steht zunächst nur schüchtern am Rand. Bei einer Art Seilhüpfen, bei dem die Erwachsenen Springseile an beiden Enden halten und der Nachwuchs darüber springt, greift er mit Eifer ein.

Wenn Dagmar von Garnier und ihr Partner Jens Küsche sonst auftreten, geht es farbenfroher zu. Im Laufe der Jahrzehnte hat von Garnier einen Fundus von Dutzenden originalgetreuen Kostümen angesammelt, mit der ihr bis zu 40-köpfiges Ensemble auf Firmenfeiern, Hochzeiten und Jubiläen auftritt. Auch im Fernsehen waren sie schon zu sehen.

Die Tänze, die die Gruppe einstudiert, kommen vom Balkan, aus Armenien, Griechenland, Israel, Jemen und Russland. „Wir haben mit slawischen Tänzen angefangen“, berichtet von Garnier. Auf Reisen in südosteuropäische Länder habe sie „Feuer gefangen“, sagt die Sachsenhäuserin, die seit 1968 in Frankfurt lebt und im selben Jahr ihr Ensemble gegründet hat. „Wenn Leute zusammen tanzen, steckt da unglaublich viel Energie, Freude und Elan drin“, sagt die gelernte Sozialarbeiterin. Die Tänzer, zwischen 18 und 35 Jahre alt, mit Wurzeln in der ganzen Welt, kommen aus Deutschland und teils Europa für ihre Aufführungen zusammen. „Die, die kommen, haben schon in ihren Heimatländern getanzt“, sagt von Garnier.

Mal tritt die Gruppe im geschlossenen Kreis im Bockenheimer Saalbau, gleich neben dem Kurfürstenpark auf, mal bei einem eigens veranstalteten kleinen Straßenfest an der Schneckenhofstraße, wo von Garnier wohnt. Dort hätten sich spontan auch Nachbarn im Kreis der Tanzenden eingefunden. Das Tanzen sei ein bisschen „heile Welt“ und habe „etwas Friedliches“, berichtet von Garnier, deren Vorfahren aus Schlesien stammen. Das Tanzen habe sie als Schülerin in einem katholischen Mädcheninternat in Königstein für sich entdeckt.

Blaženka Jugovic-Skolik ist mit ihrer dreieinhalbjährigen Tochter Sara zum Tanznachmittag gekommen. Die Praunheimerinnen waren schon öfter dabei. „Ich finde es toll, weil die Tänze abwechslungsreich sind und nicht wie in Musikschulen nach Kommandos ablaufen“, sagt die 43-Jährige. „Bei Dagmar dürfen die Kinder alles“, ergänzt sie. Wenn ein Kind anfangs nicht mitmachen wolle, warte von Garnier bis es nach mehreren Wiederholungen mit einsteigen würde.

Das „Kinder-Tanzen“ ist donnerstags bis 2. August im Bockenheimer Kurfürstenpark von 16.15 Uhr bis 17.15 Uhr für Zwei- bis Sechsjährige und von 17.30 Uhr bis 18.15 Uhr für Kinder ab sieben Jahren. Danach wird im Titusforum weiter getanzt. Montags um 18.30 Uhr und dienstags um 10.30 Uhr tanzen die Erwachsenen im Sachsenhäuser Park an der Brückenstraße. Unter Telefon 61 25 78 können sich Interessierte bei Dagmar von Garnier informieren.

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