Lade Inhalte...

Sindlingen „Es fehlt der Wettbewerb“

Die meisten Geschäfte im Frankfurter Stadtteil Sindlingen liegen an der Sindlinger Bahnstraße. Über das Angebot dort sind die Anwohner geteilter Meinung.

Sindlingen
In der Mittagspause schnell auf ein Brötchen in der Bäckerei Richter Foto: peter-juelich.com

In die Sindlinger Bahnstraße zieht es die Stadtteilbewohner, wenn sie ihre Besorgungen erledigen. Entlang der Haupteinkaufsstraße finden sich Geschäfte, zwei Bankfilialen und mehrere Gaststätten. Die nötigsten Bedürfnisse sind abgedeckt, doch gemütlich bummeln will man hier nicht. Die Straße ist relativ stark befahren, die Bordsteine sind schmal, alle hundert Meter hält ein Bus. Die Passanten wirken gehetzt.

So auch Christian Hofmann. Er kommt aus dem Rewe-Markt und überquert eilig die Straße. „Einige Läden hier geben sich wenig Mühe, das Einkaufen für den Kunden attraktiv zu gestalten“, findet der 27-jährige Student, der erst kürzlich nach Sindlingen gezogen ist. Das Problem sei seiner Meinung nach der fehlende Wettbewerb. So gebe es zum Beispiel nur einen Supermarkt im alten Ortskern. „Und dort sind ständig Produkte vergriffen“, moniert er. Auch sei es ihm schon passiert, dass er abgelaufene Lebensmittel im Einkaufswagen hatte. „Da ich kein Auto habe, bleibt mir keine Alternative.“ Generell findet er die Einkaufsmöglichkeiten im Stadtteil überschaubar. So fehle es an Bekleidungsgeschäften oder einer Drogerie.

„Ja, es gibt wenig Geschäfte. Früher war das anders“, sagt Waltraud Leibold. Die Rentnerin wartet an der Westenbergerstraße auf den Bus. Sie fährt zum Einkaufen oft nach Zeilsheim oder Höchst, prinzipiell findet sie aber, dass man mit den Möglichkeiten in Sindlingen auskommen kann. „Ich brauche allerdings auch nicht viel. Kleidung kaufe ich zum Beispiel keine mehr“, räumt die 76-Jährige ein. „Ich kann verstehen, wenn junge Leute sich beschweren.“

Zurück vor dem Supermarkt schlendert ein Ehepaar mit Hund die Sindlinger Bahnstraße hinab. Es sind Adam und Anita Malitowski, die oft durchs Viertel spazieren. „Die Fachwerkhäuser im historischen Ortskern sind wunderschön“, schwärmt Adam Malitowski. Der Verkehr störe ihn weniger, auch sei er zufrieden mit den Einkaufsmöglichkeiten. Das Paar lebt seit einem halben Jahr in Sindlingen, bisher habe es an nichts gefehlt. „Es ist alles vor Ort: Ein Supermarkt, eine Apotheke, ein Kiosk und reichlich Gastronomie“, zählt der 43-Jährige auf.

Großes Angebot an Essen

Zwischen den Einkäufen einen Kaffee trinken oder einen Happen essen – dafür eignet sich die Sindlinger Bahnstraße in der Tat gut. Ob chinesische, indische, italienische, deutsche oder türkische Küche: Das Angebot ist groß. Auf ein Stück Kuchen am Nachmittag können Sindlinger in der Bäckerei Schäfer oder der Bäckerei Richter einkehren. Im Sommer ist das Eis-Café De Gasperi einen Besuch wert.

Auch in den Ausläufen der Sindlinger Bahnstraße findet sich hier und dort ein kleines Geschäft – etwa der Schreibwarenladen Axel Wagenknecht in der Westenbergerstraße oder das türkische Lebensmittelgeschäft in der Farbenstraße.

Student Christian Hofmann gefallen diese speziellen Geschäfte. Wegen ihrer höheren Preise seien aber auch sie keine Alternative zum Rewe-Markt. Auch aus diesem Grund wolle er bald wieder umziehen.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum