Lade Inhalte...

Schulen in Frankfurt Unterliederbach braucht „dringend eine Grundschule“

Das Jahr endete in Unterliederbach mit einem politischen Eklat. Ortsvorsteherin Susanne Serke (CDU) spricht im FR-Interview über das Schul-Angebot und andere Konflikte im Frankfurter Westen.

Unterliederbach
Ortsvorsteherin Susanne Serke sieht sich als Ansprechpartnerin für die Bürger. Foto: Christoph Boeckheler

Frau Serke, das Jahr im Ortsbeirat endete mit einem Eklat. Die Stadt will an der Karl-Oppermann-Schule eine neue IGS gründen. Erst nach einem Jahr soll sie Platz für eine Grundschule machen. Die CDU möchte dort lieber gleich eine Grundschule haben. SPD und Grüne haben aber verhindert, dass das Thema überhaupt auf die Tagesordnung gekommen ist.
Da sind gleich zwei Dinge schlecht gelaufen. Im Schulentwicklungsplan ist die Karl-Oppermann-Schule als Grundschule vorgesehen. Sie wird in Unterliederbach dringend benötigt. Die Info, dass da nun vorübergehend eine IGS unterkommen soll, habe ich zunächst von einem Elternbeirat als Gerücht und dann über die Presse erfahren. Der Ortsbeirat sollte doch von Anfang an in solche Pläne eingebunden sein. Wir sind der Ansprechpartner für die Bürger. Die fragen nicht bei der Schuldezernentin nach. Wenn wir nichts wissen, gibt die ganze Stadt ein schlechtes Bild ab.

Und das andere?
Was mich im Ortsbeirat geärgert hat, ist, dass wir nicht einmal diskutiert haben. Ich finde es schwach, den Antrag so abzubügeln, ohne dass es überhaupt zur Aussprache kommt. Das ist kein gutes Bild, das wir da abgeben. Das eigentliche Thema ist durch die Vorgehensweise in den Hintergrund gerückt.

Braucht der Frankfurter Westen denn die Grundschule oder die IGS dringender?
Der Schulentwicklungsplan sieht das so vor. Die CDU will nicht anzweifeln, dass auch eine neue weiterführende Schule her muss. Aber zunächst sollte die Basis versorgt sein, das heißt, die Kleinen brauchen wohnortnahe Schulen. Kurze Beine, kurze Wege. Die älteren Kinder können notfalls längere Wege zurücklegen. Auch wenn das natürlich unschön ist. Aber nochmal: Man kann da unterschiedlicher Meinung sein, wichtig ist, dass es überhaupt zum Austausch kommt.

Viel besser läuft der Austausch in Sachen Regionaltangente.
Das stimmt. Bürger haben sich zu Wort gemeldet. So wie die Planung derzeit ausschaut, läuft die Trasse direkt an ihren Häusern vorbei, der Haltepunkt grenzt daran an. Dabei brauchen die Leute in der Siedlung keinen Haltepunkt, sagen sie. Ihnen reicht es, wie bisher einfach zum Bahnhof zu laufen. Deswegen beantragen wir, die geplanten Haltepunkte Dunantsiedlung und Sossenheimer Bahnhof zusammenzulegen und womöglich den Sossenheimer Bahnhof zu versetzen. Die Trasse könnte dann insgesamt ein Stück von den Häusern wegrücken.

Da ist sich der Ortsbeirat einig?
Wir wollen die RTW ja nicht insgesamt in Frage stellen. Wir freuen uns alle auf die neue Verkehrsanbindung. Sie wird helfen, den Autoverkehr aus der Stadt herauszubekommen, zumindest ein bisschen. Davon profitiert auch Sossenheim. Immer wenn auf der Autobahn etwas ist, merken wir das sofort im Stadtteil.

Inwiefern?
Es sind einfach sehr viele Autos unterwegs. Sobald es irgendwo eine kleine Störung im System gibt, bilden sich Staus. Verzweifelte Pendler bahnen sich ihren Weg durch Sossenheim.

2017 haben Stadt und Ortsbeirat den Versuch beerdigt, den Verkehr zwischen Siegener und Kurmainzer Straße zu beruhigen.
Das Thema ist aber nicht ad acta gelegt, wir müssen noch viel daran arbeiten. Gut, es hat sich nicht bewährt, die Straßenführung zu ändern. Deswegen ist die nun wieder wie früher. Zumal die städtische Verkehrszählung nicht ergeben hat, dass viel Durchgangsverkehr durch die Straßen fährt. Es sind keine fremden Leute, sondern Bewohner der Dunantsiedlung, die haben ein Anrecht darauf, zu ihrer Wohnung zu fahren.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Schulen in Frankfurt

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen