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Schulen in Frankfurt Schüler bringen Rossini-Oper auf die Bühne

Mehr als 500 Schüler aus ganz Frankfurt zeigen im Gallustheater, was sie mithilfe von Theaterprofis gelernt haben.

Schülerband im Gallus-Theater
Beim dreitägigen Festival ?Tuschpektakel? im Gallus-Theater spielte zum Auftakt eine Schülerband ?Seven Nation Army? von The White Stripes. Foto: Peter Jülich

Mit Gioachino Rossinis Aschenputtel-Oper „La Cenerentola“ haben am Dienstagmorgen die Erst- und Zweitklässler der Sachsenhäuser Willemerschule das Tuschpektakel-Festival im Gallustheater eröffnet. Tusch steht für Theater und Schule und ist ein Projekt, bei dem Schulen mit Schauspielhäusern kooperieren und gemeinsam Stücke aufführen. Veranstaltet wird es seit elf Jahren vom Schultheater-Studio, in diesem Jahr erstmals dreitägig.

Die Willemerschüler haben mit der Oper Frankfurt zusammen gearbeitet. Für Rossinis Stück haben sie Steckenpferde, Kronen und Armbänder als Requisiten gebastelt. Auf der Bühne singen und tanzen die Sechs- bis Achtjährigen zu den Klängen des italienischen Komponisten. Nicht jeder Ton sitzt, aber die Freude an der Bewegung und dem Gesang ist ihnen anzusehen.

Anna Ryberg begleitet die Akteure am Klavier. Die schwedische Sopranistin hat das Stück in drei Tagen mit den Kindern eingeübt, auf Deutsch übersetzt und erklärt, was eine Oper überhaupt ausmacht. Seit Februar trafen sie sich wöchentlich zu Bewegungs- und Musikübungen. Geprobt wurde in der Schule und im Opernhaus.

„Wenn ich Musik spiele, wollen die Kinder mitsingen“, sagt Ryberg. „Ich muss dann nicht erklären, was sie in einer Szene fühlen sollen.“ Der achtjährige Emir findet die klassische Musik „geil“, die sechsjährige Katelyn antwortet mit einem lang gezogenen „guuuuut“. Auf der Bühne geht es turbulent zu: Ein Mädchen verliert einen Schuh; ein Junge stolpert, schaut etwas verdutzt und steht wieder auf. Einen Raunen geht durch das Publikum. Aber kein Problem: Eine einstudierte Choreografie gibt es nicht. „Die Kinder können sich bewegen, wie sie wollen“, erläutert Ryberg. Besonders bewegungsarme Szenen fielen ihnen daher schwer: „Stillstehen ist in diesem Alter fast unmöglich.“

In diesem Jahr machen 13 Grund- und Gesamtschulen, zwei Gymnasien sowie und eine Haupt- und eine Berufsschule mit. 15 Theaterensembles sind dabei, darunter das Schauspiel, Landungsbrücken, English Theatre und die Burgfestspiele Bad Vilbel. Bis einschließlich Donnerstag treten mehr als 500 Schüler auf, berichtet Gundula van den Berg vom Schultheater-Studio.

Zum Auftakt am Dienstag kamen 200 Zuschauer ins Gallustheater. Zuvor fand das Festival viele Jahre im Mousonturm statt. Mit Eltern und Schülern war der Saal bis fast auf den letzten Platz besetzt. Theoretisch seien die Aufführungen öffentlich. Doch oft fehle es an genügend Sitzplätzen, berichtet van den Berg. Denn immer mehr Eltern säßen im Publikum.

Das freut die 55-Jährige: „Wir wollen die Schwellen runter setzen und zeigen, dass Theater gar nicht so furchtbar ist.“ Deshalb fänden die Proben auch in den Spielstätten statt. Damit wollten die Verantwortlichen Kindern und Eltern zeigen: „Das ist ein selbstverständlicher Ort, wo ich auch sein kann“. Die Schauspielhäuser wiederrum, die oft Stücke für den Nachwuchs zeigten, würden gerne erfahren, was bei Kindern und Jugendlichen aktuell angesagt sei. So entstehe ein „Dialog“.

Einige junge Darsteller würden auch direkt für Inszenierungen der Häuser, wie etwa der Theaterperipherie, geworben werden. Vor allem das Interesse an Jugendlichen sei groß.

Insgesamt drei Jahre kooperieren die jeweiligen Schulen mit den Theaterstätten. Finanziert wird das Tusch-Projekt aus Mitteln des hessischen Wirtschafts- und Kultusministeriums, der Stadt Frankfurt, Stiftungen sowie Crowdfunding.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Schulen in Frankfurt

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