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Schulen in Frankfurt Protest gegen weitere Schulklassen

Die Paul-Hindemith-Schule im Frankfurter Gallus soll Schüler aufnehmen, die an anderen Schulen abgelehnt wurden. Dagegen wehrt sich die Schulgemeinde. Schon jetzt ist sie vier- statt fünfzügig.

Protest
Die Schüler protestiereren aktuell mit Plakaten. Foto: Boeckheler

Die Fenster der Paul-Hindemith-Schule sind beklebt. 4er hängen neben 6ern, bei den 6ern steht ein No dabei, bei den 4ern ein Go. Eine Sechszügigkeit der Schule ist ein No-Go, geht gar nicht, sagt die Schulgemeinschaft, deren pädagogisches Konzept auf vier Klassen je Jahrgang ausgelegt ist. Und sie trägt das am Dienstagabend im für das Gallus zuständigen Ortsbeirat vor. „Wir dienen als Pool für alle, die ihren Wunschplatz nicht bekommen haben“, sagt die stellvertretende Schulleiterin Cornelia Renner. „Die Stadt denkt, die Leute im Gallus wehren sich nicht, die empören sich nicht wie im Nordend und starten gleich Petitionen.“

Das Gegenteil will die Schulgemeinde nun zeigen. Am Montag sprechen sie im Bildungsausschuss vor, sie haben sich gar extra Protest-T-Shirts bestellt. „Die Schulgemeinde ist empört“, sagt Renner. „Wir müssen jetzt aktiver werden, weil die Planungsphase zum Bildungscampus im Juni endet“, sagt Schulleiter Matthew George. Deshalb warben sie zunächst im Ortsbeirat um Unterstützung. Auch die Arbeitsgruppe Bildungslandschaft, die sich unter anderem mit dem Bildungscampus beschäftigt und der auch der Kinderbeauftragte Dirk Schneider angehört, hat sich gegen sechs Züge ausgesprochen.

Bei den Planungen zum Bildungscampus, der mit Neubauten auf dem Areal rund um die heutige Schule entstehen soll, hat die Schulleitung mitgeteilt bekommen, dass die Stadt auf sechs Zügen bestehe – der Schülerzahlen wegen. George sieht das Problem, aber seine Gesamtschule sei nicht die Lösung. „Es sind erst drei neue IGS gebaut worden, alle vierzügig“, sagt er. Seine Schule hingegen habe begrenzt Platz.

Platzmangel, fehlende Ausstattung

Bereits seit drei Jahren verlangt die Stadt fünf Klassen pro Jahrgang, unabhängig vom pädagogischen Konzept. „Wir haben 120 Schüler mehr im Haus, das merkt man überall“, sagt George. Platzmangel, fehlende Ausstattung, umfunktionierte Gemeinschaftsräume seien die Folge. Aktuell hat die Schule 660 Schüler. Bei einer Erweiterung der Klassen wären es rund 1000 Schüler – die zusätzlichen seien allesamt welche, die gar nicht an die Paul-Hindemith-Schule wollen, „denn wir haben nur genug Bewerbungen für vier Klassen“, so Renner.

Dazu kommt die gymnasiale Oberstufe, die derzeit in Containern auf dem Riedberg haust – noch einmal rund 1000 zusätzliche Schüler. „Auf einem Areal, das man in fünf Minuten umrunden kann“, sagt Renner.

Die Phase Null, die Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) ausrief und Bürgerbeteiligung einforderte, endet im Sommer. „Die Stadt rühmt sich mit Beteiligung, aber gehört werden wir nicht“, sagt Renner. Ab Juli startet dann der Architektenwettbewerb.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Schulen in Frankfurt

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