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Schulen in Frankfurt Grundschule kommt später

Im Frankfurter Stadtteil Unterliederbach fehlen Grundschulplätze. Dennoch wandelt die Stadt die Karl-Oppermann-Schule zunächst in ein Provisorium für eine neue IGS um.

Karl-von-Ibell-Schule
Die Stadt möchte die Karl-von-Ibell-Schule erweitern - in weiteren Containern. Foto: Boeckheler

Die CDU im Ortsbeirat 6 (Frankfurter Westen) ist empört. Eigentlich möchte sie kurzfristig einen Antrag auf die Tagesordnung setzen. Dazu braucht es eine Zwei-Drittel-Mehrheit. SPD und Grüne lehnen ab, also ist der Antrag quasi vertagt auf die nächste Sitzung in sechs Wochen. Dann ist es zu spät, findet die CDU.

Konkret geht es um die Karl-Oppermann-Schule. Die Nutzung als Förderschule läuft aus, die Stadt will in den Räumen eine neue Grundschule einrichten. Der Plan steht, verschiebt sich aber um ein Jahr. Zunächst soll dort eine neue IGS für den Frankfurter Westen entstehen. Die zieht dann ein Jahr später in die Containeranlage an die Palleskestraße in Höchst. Dann ist dort das Gymnasium Nied aus- und ins Westend umgezogen. Klingt kompliziert, ist es auch – der in Frankfurt inzwischen übliche Container-Ringelpiez.

Die CDU im Ortsbeirat fordert darum, am ursprünglichen Plan festzuhalten und aus der Karl-Oppermann-Schule eine Grundschule zu machen, ohne Verzug. Der Standort sei günstig in der Mitte von Unterliederbach gelegen, zwischen der Karl-von-Ibell-Schule und der Walter-Kolb-Schule. Er würde die zwei anderen entlasten.

Also, die CDU möchte das fordern, was SPD und Grüne allerdings verhindert haben. Die Grünen wollen zu dem Thema erst Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) in die Sitzung einladen. Die SPD möchte den Antrag dagegen gar nicht mittragen. „Wir sind einfach heilfroh, dass wir eine neue IGS für den Westen bekommen“, sagt die Fraktionsvorsitzende Petra Scharf. Natürlich sei es unglücklich, dass die Unterliederbacher noch ein weiteres Jahr auf eine neue Grundschule warten müssten. Aber nicht nur die Grundschulen hätten Bedarf. Auch die IGS West müsse jedes Jahr zig Schüler abweisen, die könnten jetzt in der neuen IGS unterkommen.

So sehen es auch die Verantwortlichen im Frankfurter Bildungsdezernat. „Wir brauchen den neuen Grundschulstandort dringend“, sagt Jetta Lüdecke, die Büroleiterin der Bildungsdezernentin. Aber das Oppermann-Gebäude sei der einzige mögliche Standort für die neue IGS. Und die ist auch wichtig, „weil wir sonst die Kinder nicht beschulen können“, sagt Lüdecke.

Unabhängig von der Diskussion um die Karl-Oppermann-Schule möchte die Stadt die Karl-von-Ibell-Schule an der Schmalkaldener Straße erweitern. Mehr Schüler sollen dort unterkommen, es soll auch mehr Betreuungsplätze nachmittags geben. Wie genau das passieren wird, ist noch in der Planung. Die erste Idee, zur Schmalkaldener Straße hin Container aufzustellen, haben die Fachleute inzwischen verworfen. „Das wäre nicht effizient“, sagt Jasmin Misev, Referentin im Bildungsdezernat.

Der ohnehin recht begrenzte Schulhof wäre noch kleiner, außerdem würden unübersichtliche Ecken entstehen – was die Aufsicht erschwert. Nun denken die Fachleute daran, die bestehende Containeranlage aufzustocken – an der Straße Rennsteig. Die Abstimmung mit dem Amt für Bau und Immobilien ist in vollem Gange. Einen belastbaren Zeitplan gibt es aber nicht.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Schulen in Frankfurt

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