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Schule Emily liest für Hessen

Ein Schülerin der Goetheschule hat den Vorlesewettbewerb in Hessen gewonnen. Nun tritt sie beim bundesweiten Vorleseentscheid in Berlin an.

Gewinner des Vorlesewettbewerbs 6. Klasse
Emily hat den Vorlesewettbewerb der 6. Klasse in Hessen gewonnen. Foto: Peter Jülich

Jedes Mal, wenn Emily ihren Weg auf die Bühne des Vorlese-Wettbewerbs ging, um vor Zuhörern und Jury zu lesen, war sie sehr aufgeregt. Doch am Pult angekommen, mit einem Buch in der Hand, verflog die Anspannung schnell.

„Wenn ich lese, bin ich ganz ruhig“, sagt die elfjährige Goethe-Gymnasiastin. Emily ist aus dem Vorlesewettbewerb des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels der sechsten Klassen Ende Mai als beste Leserin Hessens hervorgegangen. Sie gewann in ihrer Klasse, an ihrer Schule, dann im Stadtteil. Später setzte sie sich im Bezirk durch, dann im Landesentscheid.

Am heutigen Mittwoch entscheidet sich, wer Deutschlands bester Vorleser / beste Vorleserin wird. Emily tritt für das Land Hessen an. Dafür fährt sie nach Berlin. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels trägt das Finale des bundesweiten Vorlesewettbewerbs zwischen 13 und 15 Uhr beim Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) aus. 16 Schüler aus allen Bundesländern lesen um die Wette. In den regionalen Vorrunden haben sich die Finalisten gegen rund 570 000 Teilnehmern durchgesetzt.

Ein Lieblingsbuch zu nennen fällt der Gymnasiastin schwer. „Das ändert sich immer wieder“, sagt sie und lacht. Besonders gern mag sie Abenteuer- und Fantasyromane. Zurzeit gefällt ihr „Mr Griswolds Bücherjagd“ von Jennifer Chambliss Bertmann sehr gut. Die Hauptfigur heißt wie sie Emily. Auf der abenteuerreichen Suche nach versteckten Büchern hat diese gemeinsam mit ihrem neuen Freund James einige Rätsel zu lösen.

Mit einer Textpassage aus diesem Buch gewann die Schülerin den Hessen-Entscheid. Die Jury bewertete Lesetechnik, Textgestaltung und -auswahl. „Emily ging klar als Siegerin hervor, weil sie gekonnt Akzente setzte, während sie vorlas“, sagt Kathrin Bucher vom Börsenverein. Der Wettbewerb, den es seit 1959 gibt, soll Kindern Lesespaß vermitteln und sie ermuntern, sich erzählender Literatur zu widmen.

Heute wird eine fünköpfige Jury den bundesweiten Sieger oder die Siegerin bestimmen. Sie besteht dieses Jahr aus Nilam Farooq (Schauspielerin und Video-Bloggerin), Tim Gailus (KiKA-Moderator), Max Moor (Moderator, Schauspieler, Autor), Angelika Schaack (Hörbuch-Verlegerin) und dem Vorjahressieger Jarik Foth.

Emily ist gut vorbereitet. Schon früh widmete sie sich der Literatur. Sie besitzt viel Fantasie, schrieb mit neun Jahren eigene Kurzgeschichten. In einer findet ein Mädchen in einer Truhe auf dem Dachboden ein Zauberbuch, gelangt so in eine fremde Welt mit Fantasie-Tieren.

Zurzeit schreibt Emily keine Geschichten. „Wenn ich nach der Schule nach Hause komme, mache ich Aufgaben und dann gehe ich zum Turnen“, sagt sie. Besonders abends liest sie gern. So auch zur Vorbereitung auf die Wettbewerbe. Gemeinsam mit Mutter Christina, die sehr stolz auf ihre Tochter ist, übte sie ihre Textpassagen ein bis zwei Wochen lang.

Aus welchem Buch sie in Berlin lesen wird, erfuhr sie aber erst einen Nachmittag vorher. Emily ist aufgeregt, die Konkurrenz ist gut. Sie möchte ihr Bestes geben. Und wenn sie erst das Buch in der Hand hält, wird auch die Anspannung schnell verfliegen.

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