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Schüler- und Kita-Veranstaltungen „Ich darf sagen, was ich denke“

In Rödelheim erinnern Schüler und Kita-Kinder an ihre Rechte. Eine Woche lang sind der Platz am Bahnhof, die Radilostraße und der Arthur-Stern-Platz mit Plakaten geschmückt.

Tasnim weiß, dass sie ihre Meinung sagen darf und dass Mobbing nicht erlaubt ist. Macan weiß, dass er nicht geschlagen werden darf, nicht von Kindern und nicht von Erwachsenen. Und Louis weiß, dass er ein Recht auf Spielen und Freizeit hat und wünscht sich deshalb einen größeren Fußballplatz.

Die Vorschulkinder des Kinderzentrums Stichelstraße haben sich in den vergangenen Wochen mit dem Thema Kinderrechte auseinandergesetzt. „Eigentlich lag der Fokus auf Informations- und Meinungsfreiheit und dem Zugang zu Medien, aber das hat sich schnell ausgeweitet“, sagt Erzieherin Zekine Sahin. Jetzt, sagt sie lachend, wird sie manchmal von den Kindern ermahnt, wenn sie diese bittet, leise zu sein. „Sie sagen dann, dass sie aber ein Recht hätten, ihre Meinung zu sagen.“

Auch das Thema Essen spielt in der Praxis im Kinderzentrum eine Rolle, manche Kinder wollen nicht essen, „und wir dürfen nicht dazu gezwungen werden“, sagt Tasnim.

Die Ergebnisse ihres Projektes und die von acht anderen Kindereinrichtungen aus Rödelheim sind in dieser Woche anlässlich des Projektes „Stadt der Kinder“ um den Bahnhof und die Radilostraße sowie am Arthur-Stern-Platz zu sehen.

Dort wurden nach einer Kundgebung gestern Vormittag 25 Plakate aufgehängt. „Meine Meinung ist bunt“, steht auf einem, „Kinder haben das Recht, dass ihre Würde beachtet wird“, auf einem anderen, „Ich habe das Recht zu sagen, was ich denke“, auf einem dritten. Mit Kabelbindern befestigt Sozialpädagoge Heiko Lüßmann von der Kinder- und Jugendeinrichtung Raum die Plakate an Laternen.

Franz hält das Plakat in der Hand, das er mit drei Freunden gebastelt hat. Darauf zu sehen sind viele Kinder, die ein gemeinsames Banner halten, auf dem „Ich liebe eigene Meinung“ geschrieben steht. „Es hat viel Spaß gemacht, sich mit den Kinderrechten zu beschäftigen“, sagt der Fünftklässler der Michael-Ende-Schule. Neue Dinge hat er gelernt, erzählt der 13-Jährige, etwa, dass niemand aufgrund seines Aussehens geärgert werden dürfe. Auch, dass Mobbing in Kinderrechte eingreift, erfahren die Schüler im Laufe des Projekts.

Franz’ Lehrerin Silke Seipler hat sich in der Hinsicht engagiert. „Wir hatten einen Projekttag“, sagt sie, „und die einzelnen Klassen haben viele Plakate erstellt.“ Die Schulgemeinde habe dann vier ausgewählt, die nun in Rödelheim zu sehen sind, die anderen hingen in der Schule. „Wir müssen jedes Jahr auf die Kinderrechte hinweisen“, sagt Christine Noth vom Frankfurter Kinderbüro. „Bis das Thema in allen Köpfen angekommen ist.“

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