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Rödelheim Solidarische Antwort gegen Rechtsruck

Das soziale Zentrum „Centro“ will Menschen zusammenbringen und Politik selbst gestalten.

Rödelheim
In Rödelheim engagieren sich mehrere Gruppen gegen Rechts. Auch das „Centro“ will gegen dem Rechtsruck in der Gesellschaft etwas entgegensetzen. Foto: Christoph Boeckheler

„Wir sind das Centro, ein neuer Ort für solidarische und politische Kultur in Frankfurt“, ist im Schaufenster des neuen sozialen Zentrums in Alt-Rödelheim zu lesen. Betrieben wird es von einem offenen Kollektiv, das sich aus Menschen unterschiedlicher Altersgruppen und Herkunft, von Studierenden über Angestellte bis zu Rentnern, zusammensetzt.

Sie eint, dass sie mit ihrem Projekt die Nachbarschaftlichkeit stärken und dadurch „Menschen zusammenbringen wollen, die sich sonst nicht begegnen“, erzählt Till, einer der Initiatoren.

Sehr vielfältiges Angebot

Das „Centro“ besteht aus drei Räumen, in denen Platz ist für selbstorganisierte Bildungsarbeit in Form von Ausstellungen, Lesungen oder Filmabenden, einem regelmäßigen Café-Betrieb sowie einem kleinen Büro, in welchem Asyl- und Sozialberatung angeboten werden soll. Darüber hinaus soll im Hinterhof eine kleine Nachbarschaftswerkstatt eröffnet werden, die allen Besuchern offen steht.

Dies alles steht unter der Idee, „solidarisch und kollektiv“ organisiert zu sein, „da wir nur im Miteinander voneinander lernen können“, erläutert Till. Den politischen Grundsätzen des Projektes entsprechend, fügt er hinzu, dass man gerade in Zeiten von „Rechtsruck, Prekarisierung und Vereinzelung“ diesen Phänomenen „mit einer solidarischen Praxis als Antwort“ entgegentreten wolle.

Denn mit dem neuen sozialen Zentrum soll ein Raum geschaffen werden, an dem ganz unterschiedliche Menschen mit ihren Bedürfnissen zusammenkommen können. Die Spannbreite gehe dabei von nachbarschaftlichen Initiativen wie „Rödelheim solidarisch“ über Spieleabende bis hin zu Kindergeburtstagen.

Interesse bei vielen Anwohnern

Einen ersten Eindruck vom Programm konnte man bei der offiziellen Eröffnung am vergangenen Samstag bekommen. Bei spätsommerlichen Temperaturen kamen viele Anwohner und andere Bürger vorbei, um sich ein Bild von dem neuen Projekt zu machen. So lobt etwa Anwohnerin Hannah Abels, dass hier ein Ort entstanden sei, „an dem man sich einfach so aufhalten kann, ohne zwanghaft etwas konsumieren zu müssen.“

Bei der Eröffnung wurde auch darüber informiert, wie man sich im Projekt engagieren kann. Jeden Sonntag finde ein Nachbarschaftsbrunch statt, erklärt Till den Besuchern.

Zur Frage der Finanzierung weist er darauf hin, dass es sich bei dem Projekt um kein kommerzielles, parteien- oder stiftungsgebundenes, „sondern komplett eigenständig arbeitendes“ Zentrum handele, welches ausschließlich ehrenamtlich betrieben und durch Spenden getragen werde. Auf die Frage, was das Besondere an dem „Centro“ sei und wodurch es sich von anderen sozialen Einrichtungen unterscheide, antwortet er kurz und knapp: „Wir wollen Politik und Soziales nicht an Parteien oder den Staat delegieren, sondern selbst machen.“

Das Centro findet sich in der Straße Alt-Rödelheim 6. Aktuelle Informationen zu Öffnungszeiten und Programm finden sich unter: www.centro-ffm.org.

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