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Rödelheim Noch mehr Kultur am Petrihaus

Der Förderverein legt den Grundstein für ein neues Veranstaltungsgebäude. Das sogenannte Atelierhaus soll einen 200 Quadratmeter großen Saal erhalten.

Grundsteinlegung
Die Grundsteinlegung. Foto: peter-juelich.com

Rund 30 Jahre lang stand das Petrihaus an der Nidda leer. Als es zu verfallen drohte, setzte sich Wilhelm Bender (ehemaliger Flughafenchef) für eine Sanierung des im 18. Jahrhundert erbauten Gebäudes am Rödelheimer Wehr ein. Er gründete 1998 einen entsprechenden Förderverein, der heute mehr als 250 Mitglieder hat – darunter auch der Frankfurter Planungsdezernent Mike Josef (SPD). Nach Abschluss der Restaurierung in 2003 ist das Gebäude zum kulturellen Mittelpunkt des Stadtteils avanciert. Nun wird das Veranstaltungszentrum in idyllischer Lage erweitert.

Das Petrihaus ist ein wichtiges Zeugnis der Romantik in Frankfurt. Seine Geschichte ist eng verwoben mit dem Leben der Künstlerfamilie Brentano, die dort im 19. Jahrhundert ein- und ausging. Heute verweist ein Museum im ersten Stock auf die Vergangenheit des Gebäudes, dessen Wiederaufbau durch Unterstützung einiger Mitglieder des Fördervereins sowie regionaler Unternehmen realisiert wurde. Mit ähnlichen Mitteln wird 19 Jahre später der Bau eines neuen, unmittelbar an das Petrihaus angrenzenden Gebäudes, finanziert.

Mehr als 100 Veranstaltungen hat es seit der Sanierung im Petrihaus gegeben, sagt Bender bei seiner Rede zur Grundsteinlegung für den Neubau am Montag. Für das breite Angebot an Aufführungen, Lesungen, Ausstellungen und Konzertabenden war der Raum im Erdgeschoss aber nicht ausgelegt. „Da wir dort höchstens 40 Personen unterbekommen, war ein neuer Saal längst überfällig.“ Im Atelierhaus, wie das neue Veranstaltungsgebäude künftig heißen wird, sollen doppelt so viele Personen Platz finden. Bei Stehveranstaltungen mehr.

„Das Projekt ist ein Beweis für das Bürgerengagement im Stadtteil“, sagt die Frankfurter Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD). Das Bauvorhaben kommt ohne finanzielle Unterstützung der Stadt aus. Spenden kommen von Unternehmen und Privatpersonen. Der neue Veranstaltungssaal solle künftig eine größere Teilhabe am romantischen Erbe der Familie Brentano und des Petrihauses ermöglichen, so Hartwig weiter.

Die Pläne für das 1,3 Millionen Euro teure Projekt hat Architekt Berthold Ressler vom Frankfurter Büro ASR entworfen. Der Charme des historischen Petrihauses solle laut Ressler weiterhin im Vordergrund stehen. Georg Brentano, Bruder der Dichtergeschwister Clemens Brentano und Bettine von Arnim (geb. Brentano), erwarb das um 1720 erbaute Haus 1819 von dem Bäckermeister Johannes Petri und ließ es zu einem romantischen Schweizer Landhaus umbauen. Clemens und Bettine waren oft zu Besuch in Rödelheim.

Bettines Tochter Maximiliane fertigte detaillierte Beschreibungen über das Haus an, die etwa eine genaue Rekonstruktion der Fassade zuließen. Der Neubau soll mit Blick auf das sanierte Petrihaus ausgerichtet werden. 250 Quadratmeter wird das Atelierhaus umfassen. Über eine an der Nidda gelegene Loggia gelangt der Besucher zum Eingangsbereich. Hinter dem großzügig gestalteten Foyer wird der rund 200 Quadratmeter große Saal angelegt. Eine Glasfront gibt den Blick frei auf Garten und Petrihaus.

Ausgestattet wird der Saal mit moderner Veranstaltungtechnik, zum Beispiel einem Beamer mit entsprechender Projektionsfläche. Die Arbeiten sollen bis Frühjahr andauern.

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