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Rödelheim Mieter bleiben wochenlang ohne Strom

Bewohner des Brentano-Hochhauses in Rödelheim beschweren sich über ausufernde Sanierungen. Sie fordern eine zehnprozentige Mietminderung für die Dauer der Bauarbeiten.

Brentano-Hochhaus
Die Mieter des Brentano-Hochhauses ärgern sich über die ausufernde Sanierung des Gebäudes. Foto: Rolf Oeser

Wir haben genug“, da sind sich die Mieter des Wohnhochhauses an der Thudichumstraße einig. Eine Gruppe von etwa 20 Personen steht im Foyer des Hochhauses vor kahlen Wänden mit herabgebröckeltem Putz und erzählt von den Ereignissen der vergangenen Wochen. Alles hat mit der Ankündigung begonnen, dass in dem Hochhaus mit etwa 150 Wohnungen Sanierungsarbeiten stattfinden sollten. Eigentümerin ist die gemeinnützige Schader-Stiftung aus Darmstadt. Die Hausverwaltung, die VEGIS-Immobilien, begleitet das Projekt.

Seit Sommer wird nun gebaut. Aus der zentralen Warmwasserversorgung soll eine dezentrale werden, mit Durchlauferhitzern in den Wohnungen. Die benötigen allerdings Starkstrom, Leitungen dafür mussten erst gelegt werden. Eine große Belastung für die Bewohner. So hätten die Mieter über einen Zeitraum von bis zu drei Wochen den Handwerkern ab früh morgens bis zum Feierabend Zutritt zu ihren Wohnungen gewähren müssen, hätten oftmals tagelang kein Wasser und zeitweise auch keinen Strom gehabt, wie Erika Wolters berichtet.

Natascha Jazavar fühlt sich durch die Bauarbeiten ebenfalls stark eingeschränkt. Zur Familie gehören noch fünf Kinder und ein Ehemann, teilweise hätte sie über mehrere Wochen hinweg die Küche nicht nutzen und kochen können, sagt die junge Mutter. „Ich kann es mir nicht leisten drei Wochen lang auswärts zu essen.“

In einer gemeinsamen Stellungnahme zu den genannten Missständen teilt Alexander Gemeinhardt, Vorsitzender der Schader-Stiftung, gegenüber der FR mit, dass sowohl Stiftung als auch Hausverwaltung zur Kenntnis genommen haben, „dass sich etliche Mieter über die begonnenen Maßnahmen nicht hinreichend informiert fühlen“ und sicherte zu, „dass die Kommunikation zu unseren Mietern intensiviert wird.“

Mieterversammlung geplant

Zudem würden die weiteren Pläne zur Entwicklung des Hauses, so Gemeinhardt weiter, noch in diesem Jahr schriftlich vorgestellt und in einer Mieterversammlung erläutert, „in der wir den Mietern gemeinsam mit den Architekten Rede und Antwort stehen werden.“

Daniel, der seinen Nachnamen lieber nicht in der Zeitung lesen möchte, erzählt, dass auf einer kürzlich stattgefundenen Mieterversammlung etwa 50 Bewohner beschlossen hätten, einen offenen Brief an die Stiftung zu verfassen. In diesem fordern sie einen „reibungslosen und beschleunigten Ablauf der Baumaßnahmen“. Außerdem fordern die Bewohner eine Mietminderung von zehn Prozent im Zeitraum der Bauarbeiten. Zudem formulieren sie scharfe Kritik am Kommunikationsverhalten der Hausverwaltung, die sämtliche Nachfragen der Mieter unbeantwortet lasse. Bis zum 3. November erwarten sie eine „substanzielle Antwort auf unser Schreiben“, wie es am Ende des Briefes heißt.

Jürgen Lutz, Anwalt vom Verein „Mieter helfen Mieter“ berät die Bewohner in rechtlichen Fragen. Er vermutet, dass der Grund für den chaotischen Verlauf der Baumaßnahmen in der Wahl des ausführenden Bauunternehmens zu suchen sei. Der Auftrag wurde „wahrscheinlich an das billigste Unternehmen vergeben, das wiederum Subunternehmen mit der Ausführung beauftragt hat“, so Lutz. Seiner Einschätzung zufolge sollten Baumaßnahmen dieser Größenordnung „nicht länger als eine Woche dauern“.

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